Georgien und Russland
Wieder Säbelrasseln im Kaukasus

Ein Jahr nach dem Georgien-Krieg hat Russlands Präsident Dmitri Medwedew klargemacht, dass er die Anerkennung der abtrünnigen Provinzen Süd-Ossetien und Abchasien nicht rückgängig machen will. "Die Ereignisse des vergangenen Jahres haben die Landkarte des Kaukasus endgültig neu gezeichnet", sagte Medwedew am Samstag bei einem Truppenbesuch in der nordossetischen Hauptstadt Wladikawkas.

HB WLADIKAWKAS. Die russische Armee habe die Vernichtung Südossetiens verhindert. Die Anerkennung der abtrünnigen Provinzen sei die einzige mögliche Lösung des Konflikts gewesen. An dieser Entscheidung werde nicht gerüttelt. Die beiden Gebiete wurden weltweit nur von Russland und Nicaragua als eigenständige Staaten anerkannt.

Die Stationierung russischer Truppen in Südossetien habe die Beziehungen zur internationalen Gemeinschaft nicht beeinträchtigt, sagte Medwedew. "Egal, was auch immer gesagt wird - unser Weg ist der richtige." Medwedew verlieh Offizieren und Soldaten der 58. Armee Orden, die im August 2008 die Speerspitze der russischen Gegenoffensive gegen Georgien gebildet hatten.

Am Freitag hatte Georgiens Präsident Micheil Saakaschwili vor neuen schweren militärischen Auseinandersetzungen mit Russland gewarnt. "Die Gefahr gibt es noch", sagte Saakaschwili in der ARD. Russland und Georgien hatten im August 2008 fünf Tage Krieg um die nach Unabhängigkeit strebende georgische Region Südossetien geführt. Dabei wurden mindestens 390 Zivilisten getötet. Nach Angaben von Amnesty International wurden 192 000 Menschen vertrieben. 32 000 von ihnen seien noch immer nicht in ihre Häuser zurückgekehrt, teilte die Menschenrechtsgruppe in ihrem jüngsten Bericht zur Lage in der Region mit.

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