Georgische Präsidentenwahl: Zehntausende demonstrieren gegen Saakaschwili

Georgische Präsidentenwahl
Zehntausende demonstrieren gegen Saakaschwili

Mehrere zehntausend Anhänger der georgischen Opposition haben im Zentrum von Tiflis friedlich gegen den Sieg von Amtsinhaber Michail Saakaschwili bei der von Fälschungsvorwürfen begleiteten Präsidentenwahl protestiert. Zuvor hatte die Wahlleitung den bisherigen Staatschef offiziell zum Sieger erklärt – über eine Woche nach der Wahl in Georgien.

HB TIFLIS. Nach unterschiedlichen Angaben folgten 50 000 bis 100 000 Menschen am Sonntag den Protestaufrufen der Opposition, wie georgische Medien berichteten. Die Menschen verlangten in Sprechchören den Rücktritt Saakaschwilis und forderten eine zweite Runde der von Fälschungsvorwürfen überschatteten Wahl. Laut dem amtlichen Endergebnis vom Sonntag ging Saakaschwili mit 53,4 Prozent als Sieger aus der Abstimmung vom 5. Januar hervor.

„Das Regime Saakaschwili wird das Land nicht lange führen können“, rief der Oppositionskandidat Lewan Gatschetschiladse bei eisigen Temperaturen seinen Anhängern zu. Man werde solange weiter demonstrieren, bis die Forderungen der Opposition erfüllt seien. Die überwältigende Mehrheit der Bevölkerung unterstütze dies. „Das Volk hat Michail Saakaschwili kein Vertrauensmandat gegeben“, erklärte der Politiker. Die nächste Kundgebung auf dem Platz der Rosenrevolution sei für Dienstag geplant. Der Platz im Zentrum Tiflis ist nach der Rosenrevolution benannt, in der Saakaschwili 2003 an die Macht kam.

Die Wahlleitung in Tiflis hatte am Vormittag gegen die Stimmen der Oppositionsvertreter in dem Gremium das offizielle Endergebnis der Wahl verkündet. Demnach erhielt Saakaschwili 53,4 Prozent der Stimmen. Auf seinen Herausforderer Gatschetschiladse entfielen 25,6 Prozent. In der Nacht zum Sonntag hatte die Wahlleitung mit den Stimmen des Präsidentenlagers alle Beschwerden über Unregelmäßigkeiten und Fälschungen der Abstimmung abgewiesen. Die Opposition erklärte, das Endergebnis werde nichts an der äußerst gespannten Situation im Land ändern.

Am Samstag hatte Michail Saakaschwili das Angebot zur Zusammenarbeit mit seinen Gegnern erneuert. „Wir sind bereit, die Opposition an allen wichtigen staatlichen Prozessen mitwirken zu lassen“, sagte Saakaschwili. Er habe der Opposition die Hand gereicht, um die georgische Demokratie weiterzuentwickeln.

Saakaschwili hatte die Neuwahl Anfang November ausgerufen, nachdem die Unzufriedenheit der Georgier mit den Lebensbedingungen zu massenhaften Demonstrationen geführt hatte. Damals war die Polizei im Zentrum Tiflis mit Gewalt gegen die Opposition vorgegangen.

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