Geplante Friedensverhandlungen Syrische Rebellen frieren Vorbereitungsgespräche ein

Am Freitag erst trat die von Russland und der Türkei vermittelte Waffenruhe in Kraft: Nun haben wichtige syrische Rebellengruppen erklärt, sämtliche Gespräche über geplante Friedensverhandlungen auf Eis zu legen.
Update: 03.01.2017 - 00:08 Uhr Kommentieren
Ist die Waffenruhe in Syrien in Gefahr? Rebellengruppen haben die Gespräche über geplante Friedensverhandlungen eingefroren. Quelle: AP
Russisches Militär in Aleppo

Ist die Waffenruhe in Syrien in Gefahr? Rebellengruppen haben die Gespräche über geplante Friedensverhandlungen eingefroren.

(Foto: AP)

DamaskusMehrere wichtige syrische Rebellengruppen frieren sämtliche Gespräche über geplante Friedensverhandlungen in der kasachischen Hauptstadt Astana ein. Damit protestieren sie gegen Verstöße gegen die Waffenruhe, die sie den Regierungstruppen vorwerfen.

Die Milizen hätten sich an die landesweite Feuerpause gehalten, heißt es in einer am späten Montagabend veröffentlichten Erklärung von zwölf Gruppen der moderaten Freien Syrischen Armee (FSA). Syriens Regime und seine Verbündeten hätten diese hingegen trotz anderslautender Garantien immer wieder gebrochen.

Die von Russland und der Türkei vermittelte Waffenruhe war am Freitag in Kraft getreten, nachdem regierungstreue Kräfte vor Weihnachten die vollständige Kontrolle über die lange umkämpfte nordsyrische Großstadt Aleppo übernommen hatten. Die Feuerpause gilt jedoch nicht für die Terrormiliz Islamischer Stadt (IS) und die Al-Kaida-nahe Miliz Fatah-al-Scham-Front (früher: Al-Nusra-Front). Letztere kämpft in mehreren Gebieten an der Seite moderaterer Rebellen.

Türkisch-russische Pläne sehen vor, dass sich Vertreter des Regimes von Präsident Baschar al-Assad und der Opposition Mitte Januar in Astana zu neuen Gesprächen über ein Ende des fast sechs Jahre dauernden Bürgerkriegs treffen. Diese sollen ein wichtiger Schritt vor den ab dem 8. Februar in Genf geplanten Gesprächen unter UN-Vermittlung sein. Die Türkei unterstützt in Syrien sunnitische Rebellen, Russland dagegen die Assad-Regierung.

Nach Angaben von Aktivisten hatte die Waffenruhe in den vergangenen Tagen größtenteils gehalten. Die Syrische Beobachtungsstelle für Menschenrechte meldete jedoch Brüche der Feuerpause in vereinzelten Gebieten.

Mit Bagger und Schaufel gegen den Krieg
Aufräumarbeiten beginnen
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Bereits wenige Tage nach der Evakuierung Aleppos und der Rückeroberung der Stadt durch Präsident Assad, beginnen die Aufräumarbeiten. Bagger und Hilfstrupps beginnen, den Schutt der eingestürzten Häuser zusammenzuschieben und zu stapeln.

Bild der Verwüstung
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Nach den monatelangen Kämpfen liegen weite Teile der Stadt, insbesondere der Ostteil, in Trümmern. Es gibt kaum ein Gebäude, dass nicht zerschossen oder zerbombt wurde.

Schweres Gerät
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Ganze Kolonnen von Baggern, Lastwagen, Traktoren und weiteren Fahrzeugen sind im Einsatz, um die Straßen und Wege möglichst schnell wieder passierbar zu machen. Das winterliche Wetter der vergangenen Tage hat zusätzlich für eine dicke Schlammschicht auf den Straßen gesorgt.

Historische Gebäude
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Aleppo ist reich an historisch bedeutsamen Gebäuden und gilt als eines der Zentren der islamischen Kultur. Auch rund um die Zitadelle, deren Ursprünge bis weit vor Christi Geburt zurückreichen, werden Trümmer und Schutt zusammengeräumt und abtransportiert.

Mit Schaufeln gegen die Folgen des Krieges
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Auch in die zerstörten Wohnviertel Aleppos kehrt das Leben zurück, zahlreiche Menschen beteiligen sich an den Aufräumarbeiten. Bis alle Schäden beseitigt sind und die evakuierten Einwohner wieder in ihren Häusern leben können, ist es noch ein weiter Weg.

Fast nur noch Schutt
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Den Aufräumarbeiten vorausgegangen war der Sieg der syrischen Armee und damit der Rückzug der Rebellen aus der umkämpften Stadt. Aleppo ist seit Beginn des Krieges Mittelpunkt der Kampfhandlungen.

Zeugen des Schreckens
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In der gesamten Stadt finden sich Hinterlassenschaften des Krieges, beispielsweise schrottreife Panzer in Hauseingängen. Erst am 22. Dezember meldeten die Regierungstruppen die „Befreiung“ der Stadt.

In ihrer Erklärung werfen die Rebellengruppen der Armee und ihren Verbündeten Verstöße gegen die Waffenruhe insbesondere in der Region Wadi Barada nordwestlich der Hauptstadt Damaskus vor. Dort war es in den vergangenen Tagen immer wieder zu heftigen Kämpfen gekommen. Regimegegner hatten im Dezember in Wadi Barada die Kontrolle über Wasserquellen übernommen, durch die mehrere Millionen Bewohner in Damaskus mit Frischwasser versorgt werden.

Unter den Rebellengruppen sind nach Angaben der syrischen Beobachtungsstelle auch Kämpfer der radikalen Fatah-al-Scham-Front. Die oppositionellen Milizen in Wadi Barada erklärten hingegen, unter ihnen seien keine Extremisten, weder vom IS noch von der Fatah-al-Scham-Front.

Außenminister Frank-Walter Steinmeier hatte die Chancen für einen dauerhaften Frieden in Syrien trotz der in Kraft getretenen Waffenruhe skeptisch beurteilt. „Für die Perspektive auf Frieden braucht es mehr als die Abwesenheit militärischer Konfrontation“, sagte der SPD-Politiker der „Rheinischen Post“. Ohne echte politische Verhandlungen und ohne Beteiligung aller relevanten Akteure werde es nicht gelingen, die Kämpfe nachhaltig zu beenden.

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  • dpa
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