Geradlinig und immer der Sache treu
Verheugen - bereit für neue große Aufgaben

Kaum hatte Günter Verheugen erfolgreich die Aufnahme zehn neuer Mitgliedstaaten in die Europäische Union organisiert, da wurde er schon für neue große Aufgaben in Brüssel im Bereich der Wirtschafts- und Industriepolitik ins Gespräch gebracht.

HB BRÜSSEL. Das Wort vom „Superkommissar“ mochte Verheugen allerdings nicht hören. Er wurde 1999 Mitglied der EU-Kommission und war seitdem für die Erweiterung der Union zuständig. Geradlinig und immer der Sache treu hat der 60-jährige Verheugen das schwierige Geschäft der EU- Erweiterung vorangetrieben - die Kandidaten ermutigt, manchmal auch mit erhobenem Zeigefinger, und kleinliche Skeptiker auf die historische Notwendigkeit des Erweiterungsprozesses hingewiesen.

Aus der FDP kommend und politisch geformt unter Ex-Außenminister Hans-Dietrich Genscher wechselte Verheugen vor 22 Jahren zur SPD, in der er es bis zum Generalsekretär brachte. In der Regierung Schröder wurde er Staatsminister im Auswärtigen Amt, die Nummer zwei hinter Joschka Fischer. Aus Koalitionsgründen war seinerzeit nicht mehr drin für den SPD-Mann, der durchaus als ministrabel galt und gilt.

Regelmäßig tauchte sein Name auf, wenn über neue Gesichter für das Bundeskabinett spekuliert wurde. 1999 verließ er den für ihn unbefriedigenden Posten in Berlin und ging nach Brüssel.

In Verheugens Umgebung heißt es, der Deutsche fühle sich wohl in Brüssel. In seinem Amt des Erweiterungskommissars ließ sich Verheugen nicht abstempeln: Er trug einige Beschlüsse der EU-Kommission gegen die Bundesregierung nicht mit, machte sich aber gleichwohl keineswegs zum Statthalter Berlins in Brüssel. Er sammelte zudem die nötige Erfahrung auf dem schwierigen EU-Parkett, die ein Kommissar mit weit reichenden Befugnissen über die Industriepolitik bräuchte.

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