Gerät stammt aus Russland oder Osteuropa
Raffinierte Wanze an Genfer UN-Sitz aufgespürt

Eine „raffinierte“ Abhöranlage ist am europäischen Sitz der Vereinten Nationen in Genf entdeckt worden. Das bestätigte am Freitag UN-Sprecherin Marie Heuzé. Die Wanze befand sich im „Salon Français“, wo sie vor einiger Zeit bei Renovierungsarbeiten in der Täfelung entdeckt wurde.

HB GENF. In dem Saal fanden häufig Videokonferenzen mit dem UN-Hauptquartier in New York statt, erklärten UN-Vertreter.

Bei einer internen Untersuchung des UN-Sicherheitsdienstes habe nicht bestimmt werden können, wer das „raffinierte Abhörsystem“ in dem Saal angebracht habe, sagte Heuzé. Frankreich, das den Saal dem ehemaligen Völkerbund zur Verfügung gestellt hatte, habe die Renovierung des Salons dieses Jahr finanziert. Weitere Angaben machte Heuzé nicht.

Der Raum befindet sich neben der „Salle de Conseil“, wo jeweils die Abrüstungskonferenz stattfindet. Er wird unter anderem für Sitzungen der einzelnen Delegationen während dieser Verhandlungen benutzt. Im September 2003 wurde der „Salon Français“ auch während einer Irak-Sitzung der Außenminister der fünf ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrates von den Delegationen genutzt.

Das Schweizer Fernsehen hatte berichtet, das Abhörsystem sei im Herbst hinter einer Täfelung entdeckt worden. Der Elektronikexperte Patrik Eugster sagte, die Gespräche wurden abgehört und in Sekundenbruchteilen weiter gesendet. Die Impulsabgabe sei so kurz, dass sie nur sehr schwierig zu entdecken gewesen sei.

Das Gerät stamme aus Russland oder aus Osteuropa. Auch die Schweizer Justiz prüft den Fall. Schon früher gab es Vorwürfe, bei den Vereinten Nationen werde abgehört. So sollen UN-Generalsekretär Kofi Annan oder der frühere UN-Waffeninspektor Richard Butler belauscht worden sein.

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