Gericht entscheidet über Ex-Yikos-Chef
Chodorkowski bleibt in Untersuchungshaft

Nach der Entscheidung eines Moskauer Gerichts bleibt Michail Chodorkowski, ehemaliger Chef der Ölkonzerns Yokos, in Untersuchungshaft. Eine Freilassung gegen Kautuion lehnte das Gericht ab. Dem Ex-Yukos-Chef werden Steuerhinterziehung und Betrug vorgeworfen.

HB MOSKAU. Die Entscheidung erfolgte am Ende einer nicht öffentlichen Anhörung, an der Chodorkowski kurz per Video-Schaltung teilnahm und Fragen beantwortete. Es war das erste Mal, dass er seit seiner Festnahme am 25. Oktober in der Öffentlichkeit gesehen wurde. Yukos ist der größte Energiekonzern Russlands.

Der Richter hatte während der Anhörung Journalisten und andere Beobachter aus dem Gerichtssaal geschickt. Die Staatsanwaltschaft hatte zuvor gefordert, die Untersuchungshaft für Chodorkowski bis zum 30. Dezember zu verlängern. Ein Anwalt Chodorkowskis sagte, es gebe nach dem russischen Strafrecht keinen Grund, seinen Mandanten in Haft zu belassen. „Er ist ein politischer Gefangener.“

Die Festnahme Chodorkowskis, eines der Oligarchen genannten wichtigsten Wirtschaftsführer, hat das Vertrauen von Investoren in Russland erschüttert. Besorgnis machte sich breit, das Vorgehen gegen Chodorkowski könnte ein Signal für eine wachsende Einmischung des Staates in die Wirtschaft sein.

Chodorkowski gilt als der reichste Mann Russlands und soll ein Privatvermögen von rund acht Milliarden Dollar besitzen. Er hat offen liberale Parteien unterstützt, die in Opposition zum russischen Präsidenten Wladimir Putin stehen. Dieser will sich im Frühjahr zur Wiederwahl stellen.

Wenige Tage nach seiner Festnahme war ein großer Teil der Yukos-Aktien konfisziert worden. Kurz darauf war Chodorkowski als Konzern-Chef zurückgetreten.

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