Gericht folgt Antrag der Staatsanwaltschaft
Lindh-Mörder muss lebenslang in Haft

Ein halbes Jahr nach der Ermordung der schwedischen Außenministerin Anna Lindh hat ein Gericht in Stockholm am Dienstag den 25-jährigen Mijailo Mijailovic zu lebenslanger Haft verurteilt. Nur die Frage nach dem Warum bleibt weiter ungeklärt.

HB STOCKHOLM. Bis auf das beharrliche Schweigen des 25-jährigen Mijailo Mijailovic über sein Motiv können sechseinhalb Monate nach den tödlichen Messerstichen gegen die populärste schwedische Politikerin alle wichtigen Fragen zu dem Anschlag als geklärt gelten. Damit bleibt den Skandinaviern ein neues Trauma wie nach der nie aufgeklärten Ermordung von Olof Palme 1986 erspart.

Schwedens berühmtester Nachkriegspolitiker war der Kugel eines Unbekannten zum Opfer gefallen, als er im nächtlich verlassenen Stockholm zu Fuß und ohne Leibwächter mit seiner Frau Lisbeth von einer Kinovorstellung nach Hause gehen wollte. Die 46-jährige Lindh, Mutter der Söhne David (13) und Filip (9), hatte ebenfalls keine Leibwächter zu ihrem Schutz, als sie sich zusammen mit einer Freundin vier Tage vor der schwedischen Volksabstimmung über den Euro für eine Fernsehdebatte einkleiden wollte.

Vor zahlreichen Augenzeugen stürzte sich Mijailovic bei der zufälligen Begegnung im NK-Kaufhaus auf die kleine, blonde Frau, die gerade in diesen Tagen als Frontfigur für die (dann gescheiterte) Ja- Kampagne von Zehntausenden von Plakatwänden lächelte. Der Täter konnte nach mehr als zehn mit äußerster Kraft geführten Stichen in Bauch, Brust und Arme im Chaos fliehen, das Opfer starb am folgenden Morgen.

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