Geringerer Umfang
USA sparen an Bad Bank

Das Entsorgungskonzept für toxische Wertpapiere fällt viel kleiner aus als geplant: Angesichts der verbesserten Stimmung am Kapitalmarkt schraubt die US-Regierung ihr geplantes Aufkaufprogramm für toxische Wertpapiere aus den Bankenbilanzen deutlich zurück.

NEW YORK. Bis zu 30 Mrd. Dollar Steuergelder sollten neun Fondsgesellschaften als Unterstützung erhalten, wenn sie den Banken die gefährlichen Papiere abkaufen, teilte Finanzminister Tim Geithner mit. Voraussetzung: Sie setzen zusätzlich private Mittel ein. Erwartet wird, dass die Fonds bis zu zehn Mrd. Dollar private Gelder einsammeln. Damit stehen zur Bereinigung der Bankenbilanzen rund 40 Mrd. Dollar zur Verfügung. Im Frühjahr sollte allein der Staatsanteil bis zu einer Billion Dollar betragen.

Hinter dem Programm steht die bereits seit dem Krisenherbst 2008 erörterte Idee, den Banken die toxischen Kreditpapiere abzukaufen, die sie zu Milliardenabschreibungen gezwungen hatten. Diese sollten in einer staatlichen Institution - an der Wall Street "Bad Bank" genannt - bis zum Ende der Krise zwischengelagert werden. Mit diesem Modell hatten die USA die Sparkassenkrise der 80er-Jahre bewältigt.

Weil die Banken aber bereits 700 Mrd. Dollar an direkten Rettungsgeldern erhalten hatten und sich ihre Lage derzeit zu entspannen scheint, ist der politische Wille zu einer neuen, teueren Sanierungsaktion offenbar deutlich gesunken. Nun soll der staatlich gestützte Aufkauf mit privaten Mitteln die Rolle der Bad Bank übernehmen.

Die nun auf den Weg gebrachte Version beschränkt sich auf den Aufkauf von mit Krediten besicherten Anleihen (ABS). Davon profitieren vor allem die großen, systemrelevanten Banken. Der Aufkauf der eigentlichen Kredite, der vor allem kleinen Instituten helfen würde, wurde auf Eis gelegt.

Die bei Vorstellung des offiziell "Public Private Investment Programm" (PPIP) genannten Konzepts im März noch vorherrschenden Euphorie ist auf Käufer- und Verkäuferseite offenbar weitgehend verflogen. So entschloss sich etwa der zur Allianz gehörende, auf Anleihen spezialisierte Fonds Pimco, gar nicht erst daran teilzunehmen. Unklarheit über Details und die Einführung des Programms nannte die Gesellschaft als Gründe.

Unklar ist auch, ob die Banken im aktuellen Umfeld überhaupt bereit sind, ihre Anleihen zu den immer noch sehr niedrigen Kursen zu veräußern. Experten gehen davon aus, dass einige die möglicherweise dann anfallenden weiteren Abschreibungen scheuen. Andere Institute wiederum hoffen wohl auf eine Erholung der Papiere, um die dann anfallenden, milliardenschweren Buchgewinne mitnehmen zu können.

An dem Programm teilnehmende Investoren hoffen dagegen, daraus dennoch Profit schlagen zu können. "Durch die Kredite der Regierung können wir bessere Aufkaufpreise anbieten, als würden wir nur mit Eigenkapital operieren", sagte der Milliardär Wilbur Ross, dessen Fondsgesellschaft Invesco an PIPP beteiligt ist. Vor allem solche Banken, die die Zinszahlungen für die direkten Staatskredite nicht bedienen könnten, würden schon tun, was die Regierung wolle. Zudem müssten viele von der Bankenaufsicht FDIC übernommenen Institute ihre Bestände verkaufen, so dass genug Material auf den Markt komme.

Warmer Geldregen

Bislang ist der 700 Mrd. Dollar schwere Bankenrettungsfonds Tarp der US-Regierung ein finanzieller Erfolg. 6,7 Mrd. Dollar an Dividenden hat Washington von den Banken dafür erhalten. 32 Institute haben insgesamt 70 Mrd. Dollar zurückgezahlt, so dass der Tarp-Topf nun wieder 127 Mrd. Dollar enthält.

Hilfen für Normalbürger

Bis zu 2,5 Mrd. Dollar aus der Krisendividende sollen in ein Hilfsprogramm für Hausbesitzer und Stadtviertel fließen, die von der Immobilienkrise hart getroffen wurden.

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