Geschäft mit Erdgas
Teheran sucht Gas-Kunden in Europa

Zahlreiche westliche Energiekonzerne haben ihre mit Iran vereinbarten Investitionsprojekte vorerst gestoppt. Grund sind die von der Uno gegen Teheran verhängten Sanktionen sowie der von den USA ausgehende Druck gegen im Iran tätige Unternehmen. Mit neuen Vorschlägen versucht Teheran nun, doch noch ins Erdgas-Exportgeschäft zu kommen. Die Zeit drängt.

TEHERAN. Dafür versucht Teheran neben dem Aufbau eines Gaskartells mit Russland und Katar - das von den Mullahs Gas-Opec genannt wird und vom Kremlkonzern Gazprom Erdgas-Troika - auch mit den Europäern ins Geschäft zu kommen. Doch obwohl es offizielle EU-Politik ist, die Erdgasversorgung Europas zu diversifizieren und somit unabhängiger von Russland zu machen, zögert Brüssel bislang gegenüber Teherans Offerten. Dabei geben EU-Energieexperten in Brüssel hinter vorgehaltener Hand inzwischen zu dass das bislang größte Projekt zur Erdgas-Diversifizierung Europas - die an Russland vorbeiführende Nabucco-Pipeline - ohne iranisches Gas nicht zu füllen sein wird.

Nabucco steht ohnehin auf der Kippe, weil Handelsblatt-Informationen aus Regierungskreisen zufolge Aserbaidschan und andere Anrainerstaaten des Kaspischen Meeres wegen des massiven Moskauer Drucks nicht mit den Europäern ins Gas-Geschäft kommen wollen. Doch auch Iran steht mächtig unter Druck: Aufgrund der Uno-Sanktionen wegen Teherans umstrittenen Atomprogramms und vor allem der einseitig von den USA gegen im Iran tätige Unternehmen verkündeten Drohungen haben viele westliche Energiemultis wie Shell, BP, Total und Eon ihre mit den Mullahs vereinbarten Investitions-Projekte vorerst gestoppt.

Dennoch schlägt die Regierung des radikalen iranischen Präsidenten Mahmud Ahmadinedschad Europa nun neue Deals vor: Einerseits sei Teheran bereit, neben einer Beteiligung an Nabucco in Form iranischer Gaslieferungen auch eine parallele eigene Gasleitung nach Europa zu bauen. Zudem werde sein Land künftig über die Türkei Erdgas an die Europäer liefern und turkmenisches Erdgas im Transit durch den Iran gen Westen pumpen, ließ der iranische Ölminister Gholam Hussein Nozari vorige Woche nach einem Treffen mit seinem türkischen Amtskollegen Hilmi Güler in Teheran wissen.

Konkret vereinbart wurde der Bau einer 1850 Kilometer langen Pipeline für Erdgas aus dem Iran in die Türkei. Zudem unterzeichneten beide Länder eine Absichtserklärung über den Einstieg der Türkei in die Phasen 23 und 24 des Gasfeldes South Pars. Insgesamt geht es laut Nozari um ein Investitionsvolumen von zwölf Mrd. Dollar.

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