Geschäftsmann Dmitri Kowtun
Verwirrspiel um Litwinenko-Kontaktmann

Im Agentenkrimi um den ermordeten früheren KGB-Spion Alexander Litwinenko geht das Verwirrspiel weiter: Am Donnerstagabend hatte die Meldung über eine Vergiftung eines weiteren russischen Ex-Agenten durch den Kontakt mit Polonium 210 für Aufsehen gesorgt. Nun werden aber in Moskau Zweifel an Berichten laut, dieser sei ins Gift-Koma gefallen. Derweil wurde bekannt, dass der Anschlag auf Litwinenko auch Folgen für sieben unbeteiligte Hotelmitarbeiter hat.

HB MOSKAU/LONDON. Der russische Geschäftsmann Dmitri Kowtun sei entgegen anders lautenden Darstellungen keineswegs ins Koma gefallen und schwebe auch nicht in Lebensgefahr, sagte ein Vertrauter Kowtuns nach Angaben der Agentur Itar-Tass vom Freitag. Kowtun war am Dienstag und Mittwoch im Beisein britischer Ermittler von der russischen Generalstaatsanwaltschaft in Moskau verhört worden.

Auch ein Anwalt des Hauptzeugen im Litwinenko-Fall, Andrej Lugowoj, teilte am Vorabend mit, der Gesundheitszustand Kowtuns habe sich in den vergangenen Tagen nicht verändert. Die Agentur Interfax hatte dagegen am Donnerstag unter Berufung auf einen Bekannten Kowtuns gemeldet, der Geschäftsmann schwebe in Lebensgefahr.

Der mutmaßlich am 1. November in London mit dem radioaktiven Polonium 210 vergiftete und drei Wochen später gestorbene Kremlkritiker Litwinenko war am Donnerstag in London beigesetzt worden. Scotland Yard ermittelt inzwischen wegen Mordes, auch in Moskau sind Ermittler im Einsatz. Die russische Justiz eröffnete ein eigenes Strafverfahren in dem Fall und schloss ihrerseits Ermittlungen in London nicht aus. Wie tags zuvor die britischen Fahnder stufte auch die Generalstaatsanwaltschaft in Moskau den Fall als Mord ein. Litwinenko hatte in einer posthum veröffentlichten Erklärung dem russischen Präsidenten Wladimir Putin die Schuld an seinem Tod gegeben.

Bei den Ermittlungen nach dem Tod Litwinenkos sind auch sieben Mitarbeiter eines Londoner Hotels positiv auf das radioaktive Polonium getestet worden. Dies gaben die britischen Gesundheitsbehörden bekannt. Die Werte seien aber niedrig gewesen. Die betroffenen Angestellten hätten in der Bar des Hotels gearbeitet, in dem sich Litvinenko am Tag seiner Erkrankung aufgehalten hatte. In dem Hotel waren bereits zuvor Spuren von Radioaktivität gefunden worden.

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