Geschäftsträger einbestellt
Empörung über Bassajew-Interview im US-Fernsehen

Mit großer Schärfe hat Russland auf die Ausstrahlung eines Interviews mit dem als Terroristen gesuchten Schamil Bassajew im landesweiten US-Sender ABC reagiert. Der Geschäftsträger der USA in Russland, Daniel Russel, wurde am Nachmittag ins Außenministerium einbestellt.

HB MOSKAU. „Einem blutrünstigen Terroristen wurde eine Plattform gegeben“, kommentierte am Freitag ein Sprecher des russischen Außenministeriums die Ausstrahlung des Interviews am Vortag. Russel ist derzeit ranghöchster US-Diplomat in Moskau, weil der Botschafterposten wegen eines Wechsels vorübergehend nicht besetzt ist.

Das Bassajew-Interview war Ende Juni von einem russischen Journalisten in Tschetschenien geführt worden. Bassajew, dem die Geiselnahmen im Musical-Theater „Nord-Ost“ in Moskau und in der Schule von Beslan zugeschrieben werden, wird seit Jahren von russischen Behörden als Top-Terrorist gesucht. Auf seinen Kopf setzte die russische Regierung 10 Millionen Dollar aus (rund 8,3 Mio Euro). Im Interview hielt Bassajew an seinem Kurs fest und sagte, dass sich Tragödien wie in Beslan wiederholen könnten, solange der Genozid an der tschetschenischen Bevölkerung weitergehe.

Bassajew und anderen Aufständische wurden schon mehrfach mit der Extremistenorganisation Al-Kaida um Osama bin Laden in Verbindung gebracht. Den westlichen Regierungen hatte Präsident Wladimir Putin auf Grund deren Werben für eine politische Lösung des Kaukasus-Konflikts Doppelmoral vorgeworfen.

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