Gescheiterter Klimagipfel EU rügt das „Desaster von Kopenhagen“ scharf

Während der Klimakonferenz in Kopenhagen konnte die EU nicht entscheidend dazu beitragen, einen tragfähigen Kompromiss der Verhandlungspartner zu erreichen. Umso mutiger sind die Forderungen, die nun ein Treffen der EU-Umweltminister hervorgebracht hat. Die USA und China sollten in die Pflicht genommen werden - und Raum für Sanktionen geschaffen werden.
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HB BRÜSSEL/BERLIN. Die Europäische Union fordert nach dem gescheiterten Weltklimagipfel größere Anstrengungen von den USA. Kopenhagen sei ein Desaster gewesen, sagte der schwedische Umweltminister Andreas Carlgren am Dienstag. "Die Erwartungen und der Druck auf die Vereinigten Staaten, wirkliche Ergebnisse zu liefern, sind nach Kopenhagen gestiegen", erklärt er nach einem Treffen der EU-Umweltminister in Brüssel. Der Gipfel in der dänischen Hauptstadt sei ein großer Fehlschlag gewesen und alle Beteiligten müssten daraus lernen. Vor allem die USA und China hätten sich bei den Verhandlungen widerspenstig gezeigt. Die EU-Minister machten deutlich, dass konkrete und rechtlich bindende Maßnahmen notwendig seien, um den Klimawandel zu bekämpfen.

Die Bundesregierung wandte sich unterdessen gegen Forderungen, Entscheidungen zum Klimaschutz künftig in einem anderen Rahmen als den Vereinten Nationen zu treffen. Auch wenn es mühsam und schwierig sei, am Ende müsse eine Lösung "unter dem Dach der UN" stehen, sagte Regierungssprecher Ulrich Wilhelm in Berlin. Angesichts der wachsenden Erdbevölkerung lasse sich das Problem der Erderwärmung nur durch eine globale Herangehensweise in den Griff kriegen.

Nach jahrelangen Verhandlungen hatten sich die mehr als hundert Staats- und Regierungschefs in der dänischen Hauptstadt am Wochenende lediglich auf einen Kompromiss geeinigt, der sie nicht zum Handeln zwingt. Demnach nehmen die Staaten lediglich "zur Kenntnis", dass die Erderwärmung auf zwei Grad Celsius begrenzt bleiben sollte. Sie vereinbarten keine verbindlichen kontrollierbaren Ziele zur Schadstoffreduzierung.

Umweltexperten hatten als Konsequenz eine grundsätzliche Reform der Klimakonferenzen gefordert. Die Gipfel müssten schlanker werden, sagte etwa der Chefökonom des Potsdam-Instituts für Klimaforschung, Ottmar Edenhofer. Man dürfe nicht das ganze Gewicht der Verantwortung auf die Schultern der UN legen. Beim Streit Über die Schuld am Scheitern der Gespräche in Kopenhagen nimmt der Ton zwischen China und Großbritannien an Schärfe zu. Die britische Regierung wolle mit ihren Äußerungen Zwietracht unter den armen Ländern säen, sagte eine Sprecherin des chinesischen Außenministeriums.

Die Erklärungen britischer Politiker folgten einem politischem Plan, der zu nichts führe. Die Sprecherin reagierte damit auf einen Bericht in der Zeitung "Guardian", die Großbritanniens Umweltminister Ed Miliband mit den Worten zitierte, China, der Sudan, Bolivien und andere linksgerichtete Staaten Lateinamerikas hätten die Gespräche in Kopenhagen für ihre Zwecke missbraucht.

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7 Kommentare zu "Gescheiterter Klimagipfel: EU rügt das „Desaster von Kopenhagen“ scharf"

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  • Womöglich deswegen Tom:

    „Der ganze Aufwand mit der Nutzung des Urans, und zwar alle Reserven,
    und Nebenkosten wie die von Unfällen wie Tschernobyl, haben unserer Welt
    nur den Gegenwert von dreieinhalb Stunden Sonnenenergie eingebracht.“

    Helmut Tributsch

  • Womöglich deswegen Tom:

    „Der ganze Aufwand mit der Nutzung des Urans, und zwar alle Reserven,
    und Nebenkosten wie die von Unfällen wie Tschernobyl, haben unserer Welt
    nur den Gegenwert von dreieinhalb Stunden Sonnenenergie eingebracht.“

    Helmut Tributsch

  • die usa hat gerade ein kohlekraftwerk welches kein co2 ausstößt in betrieb genommen. die energieerzeugung durch kernkraft ist absolut sauber und sicher ! warum hat keiner auf dieser merkwürdigen konferenz in dänemark das thema der energieerzeugung mit hilfe dieser kraftwerktypen zur sprache gebracht ? meiner meinung nach die einzige möglichkeit das co2 gerede relativ schnell zu beenden !!!

  • den Gipfel der ignoranz des Problems hat m.E. ihr Ressortleiter Politik, Herr D. Goffart, mit seinem Kommentar am 22.12. geliefert. Wenn die anderen böse sind, sind wir das auch ("Revision"), damit wir beim Untergang der Welt auch genauso viel Geld verdient haben wie die anderen. Na, das ist mal ein weitsichtiger Gedanke, mit gutem beispiel vorangehen (und an Umweltschutz-Maßnahmen verdienen statt an seiner Zerstörung!) das kann ein Ressortleiter Politik wohl nicht denken; peinlich

  • Europa muss aufpassen, dass die Kosten für die bürger nicht explodieren. Jede Forderung nach mehr Abgaben und Vorschriften hat zur Folge, dass die Preise für europäische Produkte nach oben getrieben werden. bei Möbel, Elktroartikel usw. können wir Verbraucher noch auf konstengünstigere asiatische Produkte zurückgreifen. bei der Frage von Energie (Strom,Oel,Gas usw) schaut das schon ganz anders aus. Hier sind wird den bürokraten ausgeliefert. Die bei der Preisgestaltung eine erhebliche Rolle spielen. (Abgaben, doppelte besteuerung bei benzin usw.usw.) Alles unter dem Deckmantel des Klimawandels. Die Preise werden künstlich nach oben getrieben und das erhöht extrem die Verarmung des bürgers.

  • das ist politische und wirtschaftliche selbstbestimmung anderer länder ! die eu hat das zur kenntnis zu nehmen mehr nicht . es ist eine anmaßung der eu über andere länder zu richten .

  • Dieses „Desaster von Kopenhagen“ ist lediglich ein kleines Erdbeben, das sich in wenigen Jahren für viele arme Länder wie eine Art des Tsunami auswirken lässt. Und diese Katastrophe kommt nicht aus dem Erdinneren, sondern von leeren Köpfen der beteiligten.

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