Geschlechterneutralität
In Norwegen haben künftig auch Frauen Wehrpflicht

Gleichberechtigung bei der Wehrpflicht: In Norwegen müssen ab 2015 auch Frauen Militärdienst leisten. Das hat das Parlament beschlossen und will damit die Geschlechterneutralität unterstützen.
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OsloAls einziges europäisches Land will Norwegen künftig auch Frauen zum Militärdienst einziehen. Alle Fraktionen des Parlaments mit Ausnahme der kleinen Gruppe der Christdemokraten einigten sich am Freitag darauf, eine Vorlage der Mitte-links-Regierung für die „geschlechtsneutrale Wehrpflicht“ zu unterstützen. Nach dem Willen des Verteidigungsministeriums sollen Frauen voraussichtlich ab 2015 zum einjährigen Dienst an der Waffe eingezogen werden.

Verteidigungsministerin Anne-Grete Stroen-Erichsen sprach nach der Einigung im Parlament von einem „historischen Tag“. Ein Ministeriumssprecher erklärte, Norwegen werde das erste europäische Land sein, „dass in Friedenszeiten Frauen zur Armee einzieht“. Wann die Abgeordneten über den Gesetzentwurf abstimmen, ist noch unklar. Es wird aber eine breite Mehrheit erwartet.

Der Regierung geht es bei dem Schritt darum, die Gleichstellung der Geschlechter voranzutreiben und dem Militär zusätzliche Fähigkeiten zur Verfügung zu stellen. An Wehrpflichtigen fehlt es Norwegen hingegen nicht: Lediglich 8000 bis 10.000 von 60.000 möglichen Wehrdienstleistenden werden bislang jährlich eingezogen. Bei der Auswahl spielen körperliche und geistige Fähigkeiten ebenso eine Rolle wie die Motivation der Anwärter.

Frauen können sich in Norwegen seit 1976 freiwillig zur Armee melden. Die Soldatinnen machen etwa zehn Prozent der Truppe aus. Mit der Ausdehnung der Wehrpflicht auf Frauen geht Norwegen einen anderen Weg als mehrere andere europäische Länder, darunter auch Deutschland, die sich in den vergangenen Jahren von der Wehrpflicht verabschiedet und auf eine reine Freiwilligenarmee umgestellt haben.

afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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  • Nach dem Willen des Verteidigungsministeriums sollen Frauen voraussichtlich ab 2015 zum einjährigen Dienst an der Waffe eingezogen werden.
    Verteidigungsministerium nennt es einen historischen Tag.

    Par Ordre De Mufti sollen Frauen nun Dienst an der
    Waffe tun.
    Einer Waffe dienen.lol
    Wieder was über ihren Kopf hinweg bestimmt.
    Dienst am Menschen hieß es früher,wenn sie in die
    Sozialberufe strömten.Krankenschwester und Kindergärtnerin
    wurden.Nun also Dienst an der Waffe.Wenn das nicht krank
    ist,was dann?

  • @Vorurteil-Klarissimo:..."Eigentlich schon ziemlich radikal und demokratiefeindlich, was sie den Frauen hier unterstellen." - Es war wohl so, dass Margret Thatcher, eine Frau selbst es losgetreten hat mit ihrem Ausruf der Privatisierung. Frauen haben sich moralisch, menschlich total zurück entwickelt zu stark überzogen egoistisch-aufgesetzten und oft durchsetzten Subjekten der Privatisierung=Raubbau, hier des Menschlichen. Sie folgen phantasielos den eingetretenen Spuren der Männer, bildlich am besten illustrierbar mit den inflationär beschwätzten Chefjobs statt EIGENE, also EMANZIPIERTE neue Wege gesellschaftlich zu etablieren. Frauen qualmen beispielsweise nochmals, soviel und schon in so jungen Jahren wie es bei Männern kaum zu sehen ist. Wollen sie sich selbst zerstören??? Erstmals tauchen sie in Krebsstudien weit vorne für die Zukunft mit gleichen Warnungen wie für Männer auf. Sie kennen die sehr vielen GEschichten der 1977er-folgenden Jahre, wo Frauen sich scheiden lassen um Unterhalt auf Lebenszeit abzukassieren? Kreditkarten zu leeren? Stern-Magazin berichtete 2008 zuletzt darüber wg gesetzlicher Änderungen gar eine JustizministerIN. Frauen haben heute eine aggressive Fahrweise im Verkehr; vor 30 Jahren waren sie die menschliche Instanz im sozialen Miteiander, heute sind sie privatisiert-menschliche Raubtiere ohne weiter bringenden Inhalt geworden. Thatcher 1979: "Es gibt keine Gesellschaft" - Frauen leben das heute als "emanzipiert".. aber emanzipiert handeln bedeutet, dass man nicht folgen muss! Frauen haben keine eigene, gesellschaftliche Identität erreicht. Das aber ist Emanzipation. Alles andere: Mitlaufen in der Karawane der wie immer definierten Armseligkeit!

  • Dieses Phänomän findet man/frau ja immer wieder wie ja zB. auch bei Frauenbeschneidung, die ja hauptsächlich auch auf Betreiben von Frauen im Leben gehalten wird, weil Fortschritt darf es ja keinen geben.
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    Wurde ja vom Patriachat so vorgesehen..Frauen sind da
    nur deren Handlanger.
    Hier zeigt sich aber,wo man die Ehre des Mannes verortet,zwischen den Beinen der Frau.
    Angst das Frau Vergleiche ziehen könnte,zwischen
    Liebhabern,gepaart mit dem Anspruch der Entjungferung
    und des Besitzes,dieser Frau.
    Da diese Frauen über jahrtausende unmündig und dumm
    gehalten wurden,haben sie es ein von Gott gegebenes
    Schicksal hingenommen,den sie auch noch(Gott,Allah)
    patriachal ins Gehirn gemeißelt bekamen.
    Wer dann immer noch nicht spurte,wurde getötet.
    Frauen wurden patriarchal indoktriniert und vergiftet.

    Bruno Bettelheim schreibt dazu, dass der Kampf gegen die Beschneidung nur über – und überhaupt nur mit dem Einverständnis der muslimischen Männer, der Imame, der Dorfältesten, der Väter usw. – möglich ist!
    Und nur unter dem Deckmantel der Religion, die die Beschneidung der Mädchen verpflichtend vorschreibt, konnte diese Praxis verankert werden.
    Soviel zu dem Thema warum Frauen sich selbst schädigen.
    Sie müssen.
    Hier aber,in Europa,könnten sie tiefer und solidarischer denken,wenn sie denn wollten.

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