Gesetzesänderung Israel will Verhängung der Todesstrafe erleichtern

In Israel soll es zukünftig einfacher werden, Terroristen zu einer Todesstrafe zu verurteilen. Das Parlament hat sich am Mittwoch mit einem solchen Gesetz befasst. Die EU verurteilt die Pläne
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Israel will Verhängung der Todesstrafe erleichtern Quelle: dpa
Benjamin Netanjahu

Der israelische Ministerpräsident unterstützt das Vorhaben, die Verhängung der Todesstrafe für Terroristen zu erleichtern.

(Foto: dpa)

Jerusalem
Israel will die Verhängung der Todesstrafe für Terroristen erleichtern. Ein entsprechender Gesetzesentwurf wurde am Mittwoch in einer Vorabstimmung im Parlament mit knapper Mehrheit bestätigt, wie israelische Medien übereinstimmend berichteten. Danach sollen künftig Militärgerichte die Todesstrafe für Mord verhängen dürfen, wenn mindestens zwei von drei Richtern dafür stimmen. Bisher ist dies nur bei Einstimmigkeit möglich.

Ministerpräsident Benjamin Netanjahu unterstützt das Gesetz. „Ein Mensch, der (andere) niedermetzelt und dabei lacht, sollte sein Leben nicht hinter Gittern verbringen, sondern sterben“, sagte er nach Medienberichten. Um Gesetz zu werden, müsste der Entwurf noch drei weitere Lesungen im Parlament passieren.

Aktuell gibt es in Israel nur die Möglichkeit, die Todesstrafe etwa wegen Verrats auszusprechen, nicht aber wegen Mordes. In den Palästinensergebieten können Militärgerichte bereits bisher die Todesstrafe wegen Mordes mit terroristischem Hintergrund verhängen.

Zudem soll es nach dem Entwurf künftig nicht mehr die Möglichkeit geben, die Todesstrafe anschließend in etwa lebenslange Haft umzuwandeln oder die Person gar zu begnadigen.

Die Europäische Union verurteilte die Pläne Israels. „Die Todesstrafe ist unvereinbar mit der Menschenwürde“, schrieb die EU-Vertretung in Israel auf Twitter. „Sie stellt eine unmenschliche und erniedrigende Behandlung dar.“

Israel hat bisher nur in einem Fall die Todesstrafe angewandt: 1962 wurde der deutsche NS-Verbrecher Adolf Eichmann gehängt.

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4 Kommentare zu "Gesetzesänderung : Israel will Verhängung der Todesstrafe erleichtern"

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  • Gilt das Gesetz dann auch rückwirkend? Etwa für Terroristen, die Ende der 40er Jahre gegen die britische Schutzmacht in Palästina für einen eigenen Staat kämpften?

  • Beitrag von der Redaktion gelöscht. Bitte bleiben Sie sachlich. 

  • Ich bin nicht fuer die Todesstrafe - ich schliesse sie aber auch nicht generell aus.
    Jedes Land hat seine eigene Kultur, und wenn diese Kultur und die Buerger des
    Landes die Todesstrafe billigen, dann sollten die Auslaender nicht dagegen Sturm
    laufen. Wie sieht die Palaestinenser-Regierung die Todesstrafe? Wenn diese die
    Todesstrafe billigt, sollte sie auch in Israel gelten (tut sie ja auch). Ich moechte aber
    anmerkung, dass Israel in seinen "Strafaktionen" nicht verhaeltnismaessig handelt.
    Hier gilt nicht Auge fuer Auge sondern schlicht plattmachen.

  • Die aktuelle israelische Regierung schafft Fakten (siehe Siedlungspolitik, unteilbares Jerusalem) - diese Regierung wird auch die Todesstrafe nach der aktuellen Vorlage durchsetzen - ganz nach der Bibel.

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