Gespaltene Konservative
Netanjahu will Scharon als Likudchef ersetzen

Im Kampf um den Vorsitz des konservativen Likuds tritt der Erzrivale des israelischen Ministerpräsidenten Ariel Scharon, Ex-Finanzminister Benjamin Nethanjahu, gegen den Regierungschef an. Am Dienstag sagte Netanjahu: „Der Likud braucht eine Führung, die den Schaden repariert und uns den Sieg bringt.“

HB TEL AVIV. Der Politiker vertritt in der zutiefst gespaltenen Regierungspartei die Ultrakonservativen, die den von Scharon durchgesetzten Abzug aus dem Gaza-Streifen vehement ablehnen. Jüngsten Umfragen zufolge hätte er in einem parteiinternen Rennen derzeit gute Chancen gegen Scharon. Ob die Partei ihren Vorsitzenden noch in diesem Jahr neu bestimmt, entscheidet sich Ende September. In der Folge erwarten viele vorgezogene Wahlen im Land. Es wäre zudem das erste Mal in der israelischen Geschichte, dass ein amtierender Regierungschef als Parteivorsitzender abgesetzt wird.

„Ariel Scharon ist einen anderen Weg gegangen, den Weg der Linken“, sagte der 55-jährige Netanjahu, der von 1996 bis 1999 selbst Ministerpräsident war. Den unter Scharon zuletzt bekleideten Posten des Finanzministers gab er vor kurzem aus Protest gegen den Gaza-Abzug auf. Der Schritt führe nicht zu mehr Demokratisierung unter den Palästinensern, sondern mache den Küstenstreifen zu einer „Terroristen-Basis“, kritisierte er.

Die heftigen Diskussionen um den Abzugsplan haben zu harten Spannungen innerhalb des Likud geführt. Zugleich heizten sie Spekulationen an, Scharon werde eine neue Partei gründen, um zu den nächsten Parlamentswahlen wieder als Spitzenkandidat antreten zu können. Der seit 2001 amtierende Regierungschef strebt eine dritte Amtszeit an. Parteiübergreifenden Befragungen zufolge gilt der 77-jährige Scharon als einer der angesehensten Politiker im Land. Auch unterstützt eine Mehrheit der israelischen Bevölkerung die Räumung des gesamten Gaza-Streifens und von vier der 120 Siedlungen im Westjordanland.

„Das gibt einen persönlichen Schlagabtausch zwischen Scharon und Netanjahu und in wenigen Wochen werden wir einen Kampf Mann gegen Mann erleben „, kommentierte der Sender „Radio Israel“.

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