
WashingtonDie US-Waffenlobby tritt nach dem Amoklauf an einer Grundschule mit 27 Toten für einen bewaffneten Schutz von Schulen ein. Bewaffnete Polizisten und bewaffnete Wächter sollten in jeder Schule in den USA Dienst tun, forderte der Vizechef der mächtigen National Rifle Association NRA, Wayne LaPierre, am Freitag in Washington. Die NRA sei bereit, beim Training für entsprechende Programme zum Schutz von Schulkindern mitzuhelfen.
LaPierre wandte sich gegen strengere Gesetze zum Erwerb von Schusswaffen in den USA. Solche Gesetze würden nichts bringen. Wörtlich sagte er: „Der einzige Weg, einen schlechten Typen mit einer Kanone zu stoppen, ist ein guter Typ mit einer Kanone.“
Bei dem Presseauftritt, wo Journalisten keine Fragen stellen durften, kam es zu einem Zwischenfall. Ein Mann hielt ein Spruchband mit den Worten „Die NRA tötet unsere Kinder“ vor den Sprecher. Andere Demonstranten riefen: „Die NRA hat Blut an den Händen... Stoppt jetzt den Verkauf von Sturmgewehren.“
Eine Woche lang hörte man nichts von der mächtigen Waffenlobby in den USA. Nach dem Massaker an der Grundschule in Newtown am vergangenen Freitag zogen sich die Lobbyisten der National Rifle Association (NRA) aus der Öffentlichkeit zurück. Es gab keine Beileidsbekundungen für die Angehörigen der 20 getöteten Schulkinder und der anderen Opfer. Die Facebook-Seite des Verbands wurde vorübergehend abgeschaltet. Auch über den Twitter-Account lief eine Woche nichts. Und nun also diese Aussage: Schulen müssten mit Waffen geschützt werden.
Zwei mit Sturmgewehren bewaffnete US-Schüler töten in der Columbine High School in Littleton (Colorado) zwölf Mitschüler und einen Lehrer. Danach erschießen sich die Täter selbst.
Ein 16-Jähriger erschießt in einem Indianerreservat im US-Bundesstaat Minnesota zunächst seinen Großvater und dessen Lebensgefährtin. Anschließend tötet er in der Red Lake High School fünf Schüler, einen Sicherheitsbeamten und eine Lehrerin. Nach einem Schusswechsel mit der Polizei tötet sich der Junge selbst. Der Teenager war ein Hitler-Bewunderer mit Kontakten zu einer Neonazi-Gruppe.
Der Fahrer eines Milchwagens erschießt im Bundesstaat Pennsylvania fünf Mädchen in einer Amish-Schule. Der 32-Jährige tötet die Kinder mit Kopfschüssen. Als Polizisten die Schule stürmen, bringt er sich um.
Ein Amokläufer erschießt in der Technischen Universität in Blacksburg im US-Bundesstaat Virginia 32 Studenten und Lehrkräfte. Beim Eintreffen der Polizei nimmt sich der 23 Jahre alte Englischstudent aus Südkorea das Leben.
Ein 14-jähriger Schüler läuft in einer technischen Oberschule in Cleveland (US-Bundesstaat Ohio) mit zwei Revolvern Amok. Er verletzt zwei Lehrer und zwei Mitschüler und erschießt sich dann selbst. Der jugendliche Amokläufer habe offenbar aus Zorn über einen Schulverweis zur Waffe gegriffen.
Mitten in einer Vorlesung an der Northern Illinois University rund 100 Kilometer westlich von Chicago erschießt ein 27 Jahre alter Amokläufer am Valentinstag fünf Menschen und tötet sich anschließend selbst. Bis zum Frühjahr 2007 hatte er dort Soziologie studiert. Der offensichtlich psychisch kranke Täter trug auf den Armen Tätowierungen mit Horror-Motiven.
Ein Amokläufer erschießt an einem christlichen Privatcollege in Kalifornien sieben Menschen. Der 43-Jährige ist ein ehemaliger Student in Oakland. Fünf Opfer sterben am selben Tag im Kugelhagel, zwei weitere erliegen später ihren Verletzungen.
Die Politiker senden hingegen ganz andere Signale, allen voran US-Präsident Barack Obama. Er unterstützte auch eine Woche nach dem Amoklauf die Befürworter eines strengeren Waffenrechts. Sie dürften in ihrem Kampf für schärfere Kontrollen nicht nachlassen, sagte Obama in einer Video-Botschaft an mehrere Hunderttausend US-Bürger, die eine entsprechende Petition auf der Internetseite des Weißen Hauses unterzeichnet hatten.
"Ich brauche Ihre Hilfe", bat Obama in dem Video. Der Druck auf die Abgeordneten müsse aufrechterhalten werden. "Rufen Sie Ihre Kongressvertreter so oft an wie nötig, bekennen Sie Farbe und sagen Sie im Namen unser aller Kinder: 'Es reicht'." In einigen Leichen von Newtown wurden bis zu elf Kugeln gefunden. Der Präsident will den Kongress dazu bewegen, den Verkauf von Sturmgewehren und besonders großen Magazinen zu verbieten sowie den bisher weitgehend unkontrollierten Handel mit Waffen auf einschlägigen Messen strenger zu kontrollieren.
Im Bundesstaat Ohio weht ein ganz anderer Wind: Lockerung statt Kontrolle. Gouverneur John Kasich hat ein Gesetz zur Lockerung der Waffenrechte unterzeichnet. Dank des Republikaners müssen die Bürger des Staates jetzt nur einmal eine Prüfung ablegen, um eine Waffe versteckt mitführen zu dürfen. Bislang mussten sie dies jedes Mal bei der Erneuerung ihrer Waffenlizenz tun.
Kasich gab zu der Unterzeichnung keine Erklärung ab. Vor einigen Tagen hatte er jedoch angekündigt, das Gesetz zu unterzeichnen. Das in der US-Verfassung festgeschriebene Recht auf den Besitz einer Waffe dürfe nicht angetastet werden, sagte er. Demokratische Abgeordnete hatten die Entscheidung kritisiert. Während die amerikanische Verfassung generell das Recht auf den Besitz einer Schusswaffe festlegt, entscheiden die Bundesstaaten und Kommunen über die Umsetzung.

Die USA hat schon einmal die 20 US-GOLDDOLLAR-MÜNZEN eingesammelt und verschmelzt.
Warum macht die USA nicht das gleiche mit alle Freie Waffen ?

Diese Argumentation erinnert mich irgendwie an den Slogan einer Politsekte aus den Achtzigern: „Frieden schaffen durch Atomwaffen“

@Leichnam:
Ich stimme Ihnen zu. In Deutschland werden die Bürger von der Polizei "geschützt".
Die vielen Menschen,
- die Besuch von gewalttätigen Einbrechern bekommen,
- die in U-Bahnen von ausgerasteten Schlägern umgebracht werden,
- die auf Volksfesten verdroschen werden,
- die als Frauen von ihren Ehemännern bedroht und verprügelt werden
- die nachts auf offener Straße überfallen werden etc.
sie alle schützt unser Freund und Helfer - allerdings erst, wenn das Unglück schon passiert ist.
Gegen Amokläufe in Schulen in den USA helfen auf Sicht nur bewaffnete Sicherheitskräfte oder Lehrer und auf alle Fälle ein Verbot von Kriegswaffen für Zivilisten. Viele Opfer hätten nicht sterben müssen, wenn ihre Lehrer sie hätten schützen können. Eine Schule ist für einen Amokläufer als Ziel gerade deshalb interessant, weil er hier bei sehr geringem Eigenrisiko eine sehr großen Zahl maximal wehrloser Opfer vorfindet. Für politisch korrekt Denkblockierte öffnet sich diese Erkenntnis allerdings nicht.
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