Gespräch mit Ariel Scharon
Israelische Siedler zu Gaza-Rückzug bereit

Der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon hat sich am Dienstag mit Vertretern von israelischen Siedlern getroffen. Im Streit um den Abzug aus dem Gazastreifen haben sich diese dabei erstmals zu einem gemeinsamen Umzug an die Mittelmeerküste Israels bereit erklärt.

HB GAZA/JERUSALEM. Einwohner des bei weitem größten Siedlungsblocks Gusch Katif würden einer gemeinsamen Umsiedlung zustimmen, sagte eine Siedlervertreterin am Dienstag. Der israelische Ministerpräsident Ariel Scharon sagte zwölf Siedlern bei einem Treffen am Abend zu, er wolle alles für einen gemeinsamen Umzug unternehmen. Andere Siedlergruppen aus dem Gazastreifen hatten das Gespräch als „falschen Schritt“ boykottiert.

Die Einwohner des Gusch-Katif-Blocks im Gazastreifen, in dem insgesamt etwa 8000 jüdische Siedler leben, sollen dem von Mitarbeitern Scharons ausgearbeiteten Plan zufolge in einem Dünengebiet nahe der Hafenstadt Aschkalon neue Häuser bekommen. „Wenn der schlechte Plan Scharons wirklich umgesetzt wird, müssen die Siedler in Gusch Katif wie ein Mann nach Nizanim umziehen“, hieß es in der Mitteilung des Siedlerrats. Den Berichten zufolge würde der Bau der neuen Siedlung im israelischen Kernland etwa drei Jahre dauern. In dieser Zeit müssten mehrere tausend Siedler zunächst in Übergangs-Wohnungen leben.

Scharon will von Juli an insgesamt 25 Siedlungen in den Palästinensergebieten räumen lassen. Davon liegen 21 im Gazastreifen und gehören überwiegend zum Gusch-Katif-Block. Es war zunächst nicht klar, ob alle Siedler freiwillig umziehen würden. Die Siedler haben zuletzt höhere Entschädigungszahlungen für einen Abzug gefordert. Die israelische Regierung bemüht sich nach Berichten vom Dienstag, Gelder aus den USA für den Plan zu mobilisieren. Ein Eingehen der Siedler auf den Nizanim-Plan würde die Gefahr gewaltsamer Zusammenstöße zwischen Siedlern und der Armee vermindern.

Die israelische Regierung hatte bisher versucht, die Siedler aus dem Gazastreifen in Ortschaften in der angrenzenden Negev-Wüste zu integrieren. Forderungen der Gusch-Katif-Einwohner nach neuen Grundstücken an der israelischen Mittelmeerküste waren zunächst abgelehnt worden. Die Sanddünen von Nizanim sind ein Naturschutzgebiet.

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