Gespräche angesetzt: US-Diplomaten reisen Ende Januar nach Kuba

Gespräche angesetzt
US-Diplomaten reisen Ende Januar nach Kuba

Der Termin für das erste Diplomaten-Treffen zwischen den USA und Kuba steht: Am 21. und 22. Januar sollen in Havanna Verhandlungen stattfinden. Naht damit tatsächlich das Ende der Jahrzehnte langen Eiszeit?
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WashingtonDie USA wollen noch in diesem Monat eine ranghohe Delegation zu Annäherungsgesprächen nach Kuba entsenden. Treffen in Havanna seien für den 21. und 22. Januar anberaumt worden, teilte Außenamtssprecherin Jen Psaki am Donnerstag mit. Zusätzlich zu der angestrebten Normalisierung der Beziehungen sollen sich die Gespräche demnach um Wege drehen, wie eine „sichere, legale und geordnete Migration zwischen den Vereinigten Staaten und Kuba“ ermöglicht werden könne.

Bei der in Havanna erwarteten US-Delegation handelt es sich um die ranghöchste Abordnung seit Jahrzehnten. Angeführt wird sie von der für Lateinamerika zuständigen Staatssekretärin Roberta Jacobson, wie das Außenministerium weiter mitteilte.

Kuba entlässt weitere Dissidenten

Unterdessen hat die kubanische Regierung weitere politische Häftlinge in die Freiheit entlassen. Mindestens 25 Dissidenten seien inzwischen auf freiem Fuß, teilte die Kommission für Menschenrechte und Nationale Versöhnung am Donnerstag mit. Deren Chef Elizardo Sánchez wertete den Schritt als Teil der Vereinbarung zwischen Havanna und Washington, die die Freilassung von 53 Dissidenten vorsehe. Weder von den USA noch von Kuba gab es zunächst eine Stellungnahme dazu.

Am Mittwoch hatte Sánchez zunächst die Freilassung der 19 Jahre alten Zwillingsbrüder Diango Vargas Martin und Bianko Vargas Martin gemeldet. Später kam Enrique Figuerola Miranda frei. Am Donnerstag hieß es, auch die Häftlinge Ernesto Riveri Gascon und Lazaro Romero Hurtado seien auf freiem Fuß. Im Laufe des Tages meldete die Kommission weitere Entlassungen.

Die meisten Betroffenen waren im Osten Kubas in Haft, wo die kleine Dissidentengruppe Patriotische Union ihren Sitz hat. Sie gilt als die regierungskritischste Dissidentengruppe im Karibikstaat.

Nach mehr als einem halben Jahrhundert ohne diplomatische Beziehungen hatte US-Präsident Barack Obama vergangenen Monat eine grundlegende Neuausrichtung der Politik der Vereinigten Staaten gegenüber Kuba angekündigt. So soll wieder eine US-Botschaft in Havanna eröffnet werden. Außerdem ist vorgesehen, Strafmaßnahmen der USA gegen Kuba zu lockern. Exporte bestimmter Güter wie Baumaterialien und landwirtschaftliche Geräte sollen erlaubt, Reisen und Geldüberweisungen nach Kuba vereinfacht werden.

Obama versprach weiterhin, gemeinsam mit dem Kongress über eine vollständige Aufhebung des 1962 verhängten Handelsembargos gegen den nur etwa 150 Kilometer südlich von Florida gelegenen Inselstaat zu beraten. Binnen sechs Monaten soll zudem eine Entscheidung fallen, ob die USA Kuba von ihrer Liste der Unterstützerstaaten des Terrorismus streichen. Der kubanische Staatschef Raúl Castro sagte die Freilassung von 53 politischen Gefangenen zu.

Agentur
ap 
Associated Press / Nachrichtenagentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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