Gespräche über Militäreinsatz mit Cruise Missiles im Jahr 1998
USA verhandelten mit Taliban über Tötung Bin Ladens

Offenbar haben US-Vertreter 1998 mit Taliban- Repräsentanten über die Tötung von Osama bin Laden gesprochen. Jetzt seien US-Akten freigegeben worden, die Details belegen, heißt es in Medienberichten.

HB WASHINGTON. Bei den geheimen Treffen hätten die Taliban vorgeschlagen, US-Militärs bei einem Schlag mit Cruise Missiles zu unterstützen, berichtet „Spiegel-Online“ unter Berufung auf Berichte des US-Fernsehsenders CNN. Die Taliban hätten damit auf die Bombenattentate El Qaidas auf US-Botschaften in Afrika reagiert. Dies geht aus Dokumenten des US-Außenministeriums hervor, die jetzt veröffentlicht wurden. Die US-Regierung hatte das Taliban-Regime offiziell nie anerkannt.

Nach den Dokumenten traf sich US-Botschafter in Pakistan Alan Eastham Jr. mit Wakil Ahmed, einem Vertrauten des Taliban-Führers Mullah Omar im November und im Dezember 1998 – wenige Wochen nach den Attentaten in Kenia und Tansania, bei denen 200 Menschen umgekommen waren. „Es ist unglaublich, dass dieser kleine Mann Ihnen das angetan hat“, soll Ahmed gesagt haben. Er habe mit Omar über bin Laden gesprochen.

Aus den Unterlagen gehe ferner hervor, dass die Taliban BinLaden auch selbst töten würden, wenn die USA ihnen einige der ferngesteuerten Raketen überlassen würden. Eine Auslieferung Bin Ladens soll Ahmed abgelehnt haben, da dies die Glaubwürdigkeit der Taliban gefährde. Der Terrorist galt damals vielen Taliban als einer der mutigsten Dschihadis im Kampf gegen die Russen in Afghanistan.

Die Gespräche seien aber schließlich ergebnislos abgebrochen worden.

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