Gespräche werden Dienstag fortgesetzt
Seoul ködert Pjöngjang mit neuen Zusagen

Südkorea hat bei den ersten Gesprächen auf hochrangiger Ebene seit zehn Monaten dem Norden weitere Gegenleistungen versprochen, falls die Regierung in Pjöngjang wieder an den Sechs-Parteien-Gesprächen über ihr Atomwaffenprogramm teilnimmt.

HB SEOUL. Falls Nordkorea die Verhandlungen wieder aufnehme, wolle Südkorea einen „wichtigen Vorschlag für einen substanziellen Fortschritt im Atomstreit vorbereiten“, sagte der stellvertretende südkoreanische Vereinigungsminister Rhee Bong Jon am Montag vor Journalisten in der nordkoreanischen Grenzstadt Kaesong. Der Vorschlag werde sich von den bisherigen Angeboten über Hilfslieferungen und Sicherheitsgarantien unterscheiden. Einzelheiten nannte er jedoch nicht. Nordkorea sei darauf nicht eingegangen und habe stattdessen um Lebensmittel und Dünger gebeten. Zugleich bekräftigte er, dass Südkorea Atomwaffen in Nordkorea niemals hinnehmen werde. Das Treffen in der nordkoreanischen Stadt Kaesong soll bis Dienstag dauern.

Rhee habe aber angedeutet, dass der neue Vorschlag über das Angebot in der bisher letzten Runde der Sechser-Gespräche im Juni 2004 hinaus gehen werde, berichteten südkoreanische Medien aus Kaesong. Damals hatte Südkorea dem Norden im Falle eines Verzichts auf sein umstrittenes Atomprogramm wirtschaftliche Hilfe angeboten.

Nordkorea weigert sich seit einem Jahr, die Gespräche mit den USA, Südkorea, China, Russland und Japan wieder aufzunehmen und beschuldigt Washington einer „feindseligen Politik“. Nordkorea hatte erst am vergangenen Mittwoch erneut mit dem Ausbau seines Atomwaffenarsenals gedroht und zugleich erklärt, aus dem Atomreaktor Yongbyon 8000 abgebrannte Brennstäbe entnommen zu haben. Bei ihrer Wiederaufarbeitung könnte Nordkorea nach US-Schätzungen ausreichend Plutonium für den Bau von sechs Atombomben gewinnen.

Der nordkoreanische Chefunterhändler für die derzeit stockenden innerkoreanischen Ministergespräche, Kwon Ho Ung, hatte am Samstag Seoul den Vorschlag zur Aufnahme von „Arbeitsgesprächen“ telefonisch übermittelt, um die Beziehungen wieder „auf einen normalen Pfad“ zu bringen. Nordkorea hatte im Juli 2004 verärgert auf die Aufnahme von Hunderten von nordkoreanischen Flüchtlingen in Südkorea reagiert und später bereits geplante Gespräche boykottiert. Am Montag schlug Südkorea auch neue Ministergespräche im Juni vor.

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