Gesprächsrunde mit Deutschland, Frankreich und Großbritannien steht bevor: Iran droht Angreifern mit Flammenhölle

Gesprächsrunde mit Deutschland, Frankreich und Großbritannien steht bevor
Iran droht Angreifern mit Flammenhölle

Im Streit mit den USA und der Europäischen Union um sein Atomprogramm hat der Iran am Donnerstag jedem Angreifer mit einer Flammenhölle gedroht.

HB TEHERAN. Vor Demonstranten in Teheran erklärte Präsident Mohammed Chatami zum 26. Jahrestag der Islamischen Revolution, die Nation stehe geeint gegen jeden Angreifer. Verteidigungsminister Ali Schamchani warf der EU vor, ihre Strategie mit den USA abgestimmt zu haben, um sein Land zu Zugeständnissen zu zwingen. Aus Diplomaten-Kreisen in Teheran verlautete, die schärferen Töne der vergangenen Tage könnten eine Vorbereitung auf die nächste Gesprächsrunde mit Deutschland, Frankreich und Großbritannien am Freitag sein.

Zehntausende Iraner waren trotz starkem Schneefalls dem Aufruf der Behörden gefolgt, an den Paraden zum Jahrestag teilzunehmen. Die Demonstranten skandierten „Tod den USA“ und „Tod Israel“ und verbrannten Darstellungen von US-Präsident George W. Bush. „Der Iran sucht keinen Krieg, sucht keine Gewalt und keine Zwietracht“, rief Chatami ihnen zu. Das Land werde jedoch keine Eindringlinge dulden. „Sollten die Invasoren den Iran erreichen, wird sich das Land für sie in eine Flammenhölle verwandeln“, sagte er.

US-Außenministerin Condoleezza Rice hatte den Iran vor kurzem als einen von sechs „Vorposten der Tyrannei“ in der Welt bezeichnet. Die USA werfen dem Iran bereits länger vor, nach Atomwaffen zu streben. Der islamische Religionsstaat hat dies zurückgewiesen und erklärt, sein Atomprogramm diene ausschließlich zivilen Zwecken. Deutschland, Frankreich und Großbritannien versuchen den Iran dazu zu bewegen, sein Programm zur Anreicherung von Uran aufzugeben.

Schamchani sagte der staatlichen Nachrichtenagentur Irna, die EU und die USA arbeiteten zusammen, um sein Land zu einem Kompromiss zu zwingen. „Eine Seite spielt die Rolle des guten Polizisten, während die andere Seite den bösen Polizisten spielt“, sagte er. Damit solle der Iran dazu gebracht werden, aus Angst vor dem bösen Polizisten sich dem guten Polizisten zu öffnen.

Aus dem Iran kamen am Donnerstag jedoch auch versöhnliche Stimmen. Hossein Musawian vom Nationalen Sicherheitsrat - einer der wichtigsten iranischen Verhandlungsführer bei den Gesprächen - sagte, eine Einigung sei dank einer Änderung der europäischen Haltung denkbar. „Die Chance, eine Einigung zu erzielen, ist nicht klein, weil der Iran in dieser Beziehung recht flexibel ist“, sagte er dem staatlichen Fernsehen.

Aus westlichen Diplomatenkreisen in Teheran verlautete, ein Angriff durch die USA oder Israel sei unwahrscheinlich. Der Iran könne jedoch wegen seiner harten Haltung bei den Gesprächen auf eine Konfrontation mit dem Sicherheitsrat der Vereinten Nationen (UN) zusteuern. Bei einem Scheitern der Verhandlungen könnte dieser angerufen werden, um Sanktionen zu verhängen. Europäische Diplomaten sagten, dies werde der Iran jedoch vermeiden wollen. „Das sind typische Drohgebärden“, hieß es in den Kreisen.

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