Gesprengte Krim-Stromleitungen
Ukrainische Nationalisten und Krim-Tataren verhindern Reparatur

Ukrainische Nationalisten und Krim-Tataren haben verhindert, dass gesprengte Stromleitungen auf der Krim repariert werden. Sie wollen so die Freilassung von festgehaltenen politischen Gefangenen durchsetzen.

KiewUkrainische Nationalisten und Krim-Tataren haben die Reparatur gesprengter Stromleitungen zu der von Russland annektierten Krim verhindert. Gespräche über die Wiederherstellung der Lieferungen könnten erst dann beginnen, wenn auf der Halbinsel festgehaltene politische Gefangene freigelassen würden, sagte ein ranghoher Vertreter der Krim-Tataren, Mustafa Dschemilew, am Montag. Am Wochenende hatten bislang Unbekannte vier Strommasten in der Region Cherson, die von der Regierung in Kiew kontrolliert wird, zerstört und damit die Stromversorgung der Krim unterbrochen. Die Blockierer bestreiten, für die Anschläge auf die Stromversorgung verantwortlich zu sein.

Die Reparaturteams stünden bereit, sagte ein Vertreter des regionalen Energieversorgers Ukrenergo. Alles hänge von Verhandlungen der Blockierer mit den Behörden ab. Auf der Krim leben rund zwei Millionen Menschen. Das russische Energieministerium erklärte, eine Notversorgung sei eingerichtet. Russland hat in diesem Jahr damit begonnen, Unterseekabel auf die Krim zu verlegen. Bis 2020 soll der Strombedarf vollständig aus Russland gedeckt werden.

Das Gebiet war nach einer international nicht anerkannten Volksabstimmung im März 2014 von Russland annektiert worden. Insbesondere die muslimischen Krim-Tataren wehren sich gegen den Anschluss. Sie fühlen sich von den russischen Behörden diskriminiert. Die Halbinsel wird auch nach der Annexion weiter von der Ukraine aus mit Strom versorgt.

Deutschland forderte die Ukraine auf, den Anschlag aufzuklären. Die Bundesregierung erwarte, dass die Stromversorgung wiederhergestellt werde und sich derartige Anschläge nicht wiederholten, sagte der Sprecher des Auswärtigen Amtes. Der politische Konflikt dürfe nicht auf dem Rücken der Bewohner der Krim ausgetragen werden.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur
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