Geständnis vor US-Militärtribunal
„Ich war für 9 11 verantwortlich“

Der mutmaßliche Drahtzieher der Anschläge vom 11. September 2001, Khalid Scheich Mohammed, hat nach Angaben des US-Verteidigungsministeriums ein umfassendes Geständnis abgelegt. Demnach steckte der 53-Jährige auch hinter weiteren Attentaten. Die Umstände, wie es zu dieser Aussage gekommen ist, sind jedoch höchst zweifelhaft. Von Folter ist die Rede.

HB WASHINGTON. In der vom US-Verteidigungsministerium am Mittwoch in Washington veröffentlichten Niederschrift eines Verhörs in Guantanamo wird die einstige Nummer zwei der El Kaida mit den Worten zitiert: „Ich war für die 9/11-Operation von A bis Z verantwortlich.“

Vor einer US-Militärkommission in Guantánamo werden derzeit 14 als besonders gefährlich eingestufte Gefangene angehört. Sie wurden im September vergangenen Jahres aus geheimen CIA-Gefängnissen im Ausland in das Militärgefängnis gebracht. Die 14 Gefangenen sollen nach dem Willen von US-Präsident George W. Bush wegen Kriegsverbrechen angeklagt werden.

Die Männer werden einem dreiköpfigen Armeetribunal vorgeführt. Die Befragungungen finden hinter verschlossenen Türen statt. Im Gegensatz zu früheren Anhörungen ist dieses Mal die Presse ausgeschlossen worden. Das Pentagon begründete dies mit höchst vertraulichen Informationen unter anderem über die Umstände der Gefangennahme und die bisherige Haft. Deshalb würden nur zensierte Protokolle der Anhörungen veröffentlicht. Menschenrechtler kritisierten das Vorgehen heftig. Sie werfen dem US-Militär vor, Scheintribunale eingerichtet zu haben, um Aussagen zu erpressen.

Mohammed war 2003 in Pakistan verhaftet worden. Er erklärte, der US-Geheimdienst CIA habe ihn unmittelbar nach der Festnahme gefoltert. Der Vorsitzende des Gremiums, ein Oberst, fragte Mohammed explizit, ob er seine Aussage mache, nachdem Zwang, oder „um Ihr Wort zu benutzen, Sie behaupten Folter“, ausgeübt worden sei. Teile von Mohammeds Aussage wurden aus dem Transkript gelöscht und seine Antwort in diesem Punkt blieb unklar.

Mohammed übernahm laut Pentagon die Verantwortung für Planung, Finanzierung und Ausbildung von Terroristen. Die Anschläge reichten demnach von der Bombenexplosion in der Tiefgarage des New Yorker World Trade Centers 1993 bis zum gescheiterten Versuch des „Schuhbombers“ Richard Reid, ein Passagierflugzeug im Dezember 2002 auf dem Flug von Paris nach Miami in die Luft zu sprengen. Mohammed sei außerdem an einem Attentatsversuch auf Papst Johannes Paul II. während dessen Besuchs auf den Philippinen beteiligt gewesen, hieß es.

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