"Geste des guten Willens"
Israel entlässt weitere Palästinenser

Israel hat am Freitag 73 palästinensische Häftlinge freigelassen und dies als Geste des guten Willens bei der Umsetzung des internationalen Friedensplans bezeichnet.

Reuters JERUSALEM. Palästinenser-Vertreter bezeichneten die Aktion als Farce. Sie fordern die Freilassung aller rund 6000 in Israel inhaftierter Palästinenser. Der palästinensische Außenminister Nabil Schaath warf Israels Ministerpräsident Ariel Scharon vor, er habe nicht die Absicht, den Friedensfahrplan umzusetzen. Scharon dagegen sagte, er wolle den Friedensplan weiter verfolgen, allerdings müssten die Palästinenser mehr gegen die Gewalt unternehmen.

In Bussen wurden die Häftlinge an Kontrollpunkte im Gaza-Streifen und im Westjordanland gebracht. Nach zwei Selbstmordanschlägen radikaler Palästinenser hatte sich ihre Freilassung um drei Tage verzögert. Nach palästinensischen Angaben handelte es sich bei den Freigelassenen zumeist um Kleinkriminelle oder Gefangene, die ohnehin kurz vor einem Ende ihrer Haftzeit standen. „Ich wäre in 15 Tagen sowieso raus gekommen. Aber was ist mit den Leuten, die noch für viele Jahre sitzen müssen“, sagte Dschadallah Ibrahim Sawarka als er den Bus verließ. Israel lehnt es ab, Gefangene „mit Blut an den Händen“ freizulassen. Anfang August wurden rund 330 Gefangene entlassen.

In der kuwaitischen Zeitung „Rai el Aam“, warf Schaath Scharon vor, den Friedensplan nicht ernst zu nehmen. „90 % von uns sind der Ansicht, dass Scharon den Friedensfahrplan nicht umsetzen will und glauben, dass Scharon dafür verantwortlich ist, wenn der Plan scheitert.“ Alle Informationen deuteten darauf hin, dass „der Plan Israel aufgenötigt wurde und es ihn die ganze Zeit abgelehnt hat“.

Scharon bekräftigte in der italienischen Zeitung „La Repubblica“ dagegen, am Friedensplan festhalten zu wollen. Wenn allerdings die Palästinenser-Regierung „sich nicht um die Terroristen kümmert, werden wir es selbst tun müssen.“ Am Dienstag hatten zwei Selbstmordattentäter zwei Israelis mit in den Tod gerissen und dadurch den Bestand der Waffenruhe gefährdet.

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