Geste guten Willens
Israel lässt palästinensiche Gefangnene frei

159 palästinensiche Gefangene sind am Montag von Israel freigelassen worden. Die sraelische Regierung versteht den Schritt als Geste guten Willens gegenüber Ägypten und dem neuen Chef der Palästinensischen Befreiungsorganisation (PLO), Mahmud Abbas.

HB RAMALLAH. Abbas, der als Favorit bei der Wahl eines Nachfolgers des im November verstorbenen Palästinenser-Präsidenten Jassir Arafat am 9. Januar gilt und bei radikalen Palästinenser für einen Gewaltverzicht gegen Israel wirbt, begrüßte den Schritt, forderte aber weitere Freilassungen. „Ich respektiere die Freilassung jedes Gefangenen, aber wie brauchen einen ernsthaften Prozess.“ In seinem Wahlkampf hat der PLO-Chef die Freilassung aller politischen Häftlinge gefordert. Israel signalisierte seine Bereitschaft zu weiteren Freilassungen, machte aber einen Gewaltverzicht zur Bedingung dafür.

„Wir freuen uns darauf, den Dialog mit unseren palästinensischen Nachbarn zu erneuern. In diesem Rahmen gibt es auch die Möglichkeit der Freilassung weiterer Gefangener - natürlich wenn die Palästinenser ihrer Verpflichtung nachkommen, den Terrorismus zu stoppen und Reformen einzuleiten“, sagte Israels Regierungssprecher Awi Pasner der Nachrichtenagentur Reuters.

Israel ließ am Montag 113 Palästinenser frei, die wegen antiisraelischer Aktivitäten inhaftiert waren, sowie 46 Palästinenser, die wegen illegaler Grenzüberschreitung in Haft waren. Viele der Freigelassenen hatten ihre Haftstrafen fast vollständig abgesessen. Bei den meisten Palästinensern gelten die inhaftierten Landsleute als Helden in ihrem Kampf um Unabhängigkeit. Umfangreichere Freilassungen könnten Experten zufolge Abbas' Position stärken und seinen Einfluss auf radikale Gruppen vergrößern, die einen Waffenstillstand ablehnen.

„Benötigt wird Freiheit für alle politischen Gefangenen, um dem Ganzen eine Bedeutung zu geben“, sagte der palästinensische Regierungschef Ahmed Korei. Insgesamt sind mehr als 7000 Palästinenser in israelischer Haft - von Jugendlichen bis hin zum früheren Anführer der Fatah-Bewegung im Westjordanland, Maruan Barghuti. Viele der inhaftierten Palästinenser sollen Selbstmordanschläge und Hinterhalte gegen Israelis zumindest unterstützt haben. Einige von ihnen werden ohne Prozess festgehalten. Israel will Gefangene mit „Blut an ihren Händen“, also Planer oder Mittäter bei tödlichen Anschlägen gegen Israelis, nicht freilassen.

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