Gesuchter Saddam-Stellvertreter gestorben
Irak rechnet 2006 mit Abzug fremder Truppen

Die irakische Regierung rechnet schon im kommenden Jahr mit einer Reduzierung der Zahl ausländischer Streitkräfte. Mit der Ausbildung von Polizei und Sicherheitskräften werde daran gearbeitet, die erforderlichen Bedingungen für einen Abzug zu erfüllen, sagte Iraks Präsident Dschalal Talabani am Wochenende. Sein Stellvertreter Adel Abdul Mahdi äußerte sich ähnlich zuversichtlich.

Reuters LONDON/BAGDAD. In den USA gewann am Wochenende der Streit über die Irak-Kriegsentscheidung von US-Präsident George W. Bush an Schärfe. Am Freitag hatte Bush in einer Rede zum Veteranentag demokratische Kritiker des Feldzuges angegriffen und ihnen unpatriotisches Verhalten vorgeworfen. Danach warf der demokratische Senator John Kerry, Bushs Herausforderer bei der Wahl 2004, dem Präsidenten vor, Angst zu schüren und eine Schmierenkampagne zu betreiben. Nach einer am Sonntag veröffentlichten Umfrage des Magazins „Newsweek“ sind mittlerweile nur noch 36 Prozent der Bevölkerung mit Bushs Amtsführung zufrieden. 68 Prozent sind unglücklich über die Richtung, die das Land nimmt.

Talabani äußerte sich insbesondere zu den rund 8 000 britischen Soldaten, die vorrangig im Süden des Landes stationiert sind. „Innerhalb eines Jahres – ich denke gegen Ende 2006 – werden die irakischen Truppen in der Lage sein, die britischen Kräfte abzulösen“, sagte er dem Sender ITV. Einen sofortigen Teilabzug der US-geführten Einheiten lehnte er allerdings ab. Das würde den Irak in den Bürgerkrieg führen, sagte Talabani mit Blick auf die anhaltenden Anschläge der überwiegend sunnitischen Aufständischen.

Am Wochenende wurde bekannt, dass der Stellvertreter des gestürzten irakischen Diktators Saddam Hussein, Issat Ibrahim el Duri, gestorben ist. Auf einer von Anhängern der Baath-Partei genutzten Internetseite hieß es, Ibrahim sei am Freitag gestorben. Der Saddam-Vize war das hochrangigste Mitglied der ehemaligen irakischen Regierung, das noch auf freiem Fuß war. Für seine Ergreifung waren zehn Millionen Dollar Belohnung ausgesetzt.

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