Gewalt erreicht Damaskus
Rotes Kreuz verhandelt in Syrien über Waffenruhe

Das Fundament des syrischen Staatsapparats bröckelt weiter: Während die Gewalt die Hauptstadt Damaskus erreicht, wenden sich nun auch Geistliche und Journalisten zunehmend von der Assad-Regierung ab.
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Damaskus/Istanbul/Beirut/GenfDie Truppen des syrischen Regimes haben ihre Präsenz in den Straßen von Damaskus verstärkt, um eine Ausweitung des Aufstandes auf die Hauptstadt zu verhindern. Nach Angaben von Aktivisten nahmen Angehörige der Sicherheitskräfte am Montag in einer Handelsschule im Stadtteil Baramke mehrere Schüler fest. Ein Regimegegner in Damaskus sagte, vor Regierungsgebäuden seien zahlreiche Soldaten postiert worden. In den Vierteln Messe und Kafr Susa seien Straßensperren errichtet worden. Die Hauptstadt war in den ersten Monaten der Proteste gegen Präsident Baschar al-Assad relativ ruhig - das ändert sich jetzt allmählich.

Zugleich verhandelt das Internationale Komitee vom Roten Kreuz (ICRC) in Syrien mit beiden Seiten über eine Waffenruhe. Ziel sei es, der Zivilbevölkerung in den von den Unruhen am schwersten betroffenen Regionen lebensrettende Hilfe zu bringen, sagte eine Sprecherin des in Genf ansässigen ICRC der Nachrichtenagentur Reuters am Montag. Angestrebt werde eine zweistündige Kampfpause unter anderem in Homs, hieß es dazu in Diplomatenkreisen. Es würden verschiedene Möglichkeiten geprüft, wie die dringend nötige Hilfe geliefert werden könne, sagte die Sprecherin.

Landesweit wurden am Montag nach Angaben von Regimegegner 16 Menschen von den Sicherheitskräften getötet. Aufgrund der Behinderung der Arbeit von Journalisten in Syrien lassen sich derartige Angaben meist nur indirekt überprüfen.

Zahlreiche Festnahmen wurden am Montag aus der Provinz Daraa gemeldet. Auch in der Rebellenhochburg Homs hat die syrische Regierung ihre Truppen nach Angaben von Oppositionsaktivisten verstärkt. Drei Kolonnen unter anderem mit Panzern sollten in die Stadt verlegt werden, wie Aktivist Mustafa Osso am Montag sagte. Die Regierung wolle offenbar noch vor dem Verfassungsreferendum am 26. Februar die von Aufständischen gehaltenen Stadtteile stürmen. Unterdessen hielt der seit zwei Wochen andauernde Beschuss des von Rebellen eingenommenen Stadtteils Baba Amr an. Nach Ansicht des in London ansässigen Observatoriums für Menschenrechte wollen die Truppen von Präsident Baschar Assad Baba Amr wieder zurückerobern. „Die Zahl der Toten wird groß sein, wenn ihnen das gelingt“, sagte der Leiter der Organisation, Rami Abdul Rahman. Am Montag seien bei Angriffen fünf Zivilisten getötet worden.

Syrische Regierungstruppen belagern die Stadt Homs bereits seit Anfang Februar. Telefonleitungen und Internetverbindungen sind unterbrochen, sodass es kaum Informationen aus erster Hand über die Situation dort gibt. Ins Internet gestellte Amateurvideos zeigen nach Angaben der Aktivisten einen Granatenangriff auf Baba Amr. Auf den Bildern sind schwarze Rauchschwaden zu sehen.

Aktivist Osso sagte, zu den Konvois auf dem Weg nach Homs gehörten Dutzende Fahrzeuge, die zuletzt bei Kämpfen in Damaskus eingesetzt worden seien. Er betonte, es werde dem Regime nicht gelingen, Homs mit militärischer Gewalt zu erobern, da die Bevölkerung bis zum letzten Atemzug kämpfen wolle.

Homs gilt als Hochburg des Widerstands gegen die Regierung von Präsident Assad. Mit drei Millionen Einwohnern ist sie die drittgrößte Stadt des Landes. Wie viele Menschen seit Beginn der Unruhen im März 2011 in Syrien ums Leben kamen, ist unklar. Nach Schätzungen der UN wurden alleine im vergangenen Jahr mehr als 5.400 Menschen in Syrien getötet. Das Observatorium für Menschenrechte spricht dagegen von etwa 7.300 Menschen, die seit März 2011 ums Leben kamen.

Assad hatte in der vergangenen Woche ein Verfassungsreferendum angekündigt, wonach die alleinige Herrschaft der Baath-Partei nicht länger festgeschrieben sein soll. Seine Gegner bezeichneten die Pläne als oberflächliche Reform, die nichts an der Macht des Regimes ändere.

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  • Altenheim, siechend das Kreuz brennt rot

    Deutschland was tust du mir an,
    Steuern gezahlt, Kinder erzogen,
    versichert, mir war nie bang,
    hast du mich um meine Früchte betrogen.

    Alles wurde mir genommen,
    es ist wegen der Gemeinschaft,
    ich sei zu teuer, soll leben besonnen,
    der nicht gespart nun gleich schafft.

    Das Personal mich pflegt,
    ist schnell, hat keine Zeit,
    immer ein anderer, keine Intimität,
    Würde kostet, Material nicht immer bereit.

    Bitte ein Gespräch, ein nettes Wort,
    habe einen Schalter wo ich liege,
    drücke ich, schauen sie, gleich wieder fort,
    drücke oft, nicht allein, Zeit besiege.

    Manchmal kommt ein Ehrenamt,
    ich möchte gerne den Wind spüren,
    durchs Fenster sehe ich den Sonnenstand,
    es klappen nur die Türen.

    Die Kinder sagten, es ist wie Daheim,
    wir würden öfter kommen, du weißt ja,
    wenn sie wüssten, hier möchte ich nicht sein,
    ich bin still, bin nicht mehr lang da.

    Die Manager leben in Saus und Braus,
    ich liege in Kot und Urin,
    Politiker, Richter richten den Leichenschmaus,
    um alles zu schaffen, wecken um halb sieben.

    Tiere beißen das schwache tot,
    Menschen,¬-- ich bin noch Kapital,
    für Liegestellen gibt es Jod,
    e.V., Sparsamkeit meine Würde stahl.

    Siechend der Sinn, Gesellschaft, die Moral,
    habe Jugend, euch alles gegeben,
    ist euch euer Alter so egal,
    fühle mich zur Last, nehmt mein Leben.

    Altenheim, Deutschland, wäre ich doch tot.
    Frank Poschau
    29.11.11 www.frank-poschau.jimdo.de

  • Nun, am Sonntag findet das Referendum statt, und es ist verständlich, daß vorab "Sicherheit" hergestellt und es der Bevölkerung auch in den Unruhegebieten ermöglicht wird, daran teilzunehmen. Im übrigen sind sicher nicht alle Einwohner Homs Gegner Herrn Assads, die Kämpfe dort konzentrieren sich wohl nur auf zwei oder drei Stadtviertel.

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