Gewalt eskaliert
Mehr als 70 Tote bei Terrorwelle im Irak

Eine Serie von Angriffen mit etlichen Toten hat den Irak erschüttert. Die politischen Kontrahenten bleiben weiter auf Kollisionskurs, allen voran Regierungschef Al-Maliki, der eine neue Sicherheitsstrategie ankündigte.
  • 0

Bagdad/BasraExtremisten haben den Irak am Montag erneut mit einer blutigen Terrorwelle überzogen. Polizei und Krankenhausärzte zählten insgesamt mindestens 71 Tote vor allem in schiitischen Wohngebieten. Dazu kamen Hunderte Verletzte. Alleine in Bagdad wurden sieben Anschläge mit Autobomben verübt, zudem explodierte ein Sprengsatz am Straßenrand. Insgesamt starben in Bagdad mindestens elf Menschen, mindestens 102 weitere wurden verletzt.

Dazu kamen drei Autobomben in der vorwiegend von Schiiten bewohnten Hafenstadt Basra, wobei 13 Menschen starben, 48 wurden verletzt. In der westlichen Wüste wurden zudem die Leichen von 14 Entführten gefunden.

Am Freitag waren bei politisch-religiös motiviertem Terror landesweit 79 Menschen ums Leben gekommen, am Samstag starben weitere Dutzende Menschen. Der schiitische Regierungschef Nuri al-Maliki und der sunnitische Parlamentspräsident Osama al-Nudschaifi heizten die Spannungen mit abfälligen Bemerkungen über das jeweils andere politische Lager an.

Mit einer neuen Sicherheitsstrategie und einem personellen Umbau will al-Maliki die Welle der Gewalt stoppen. Am Dienstag werde das Kabinett entsprechende Entscheidungen treffen, kündigte er an. Einige ranghohe Verantwortliche für die Sicherheit würden ausgetauscht.

In der Nähe der nördlichen Stadt Tikrit detonierte eine Autobombe neben einem Bus mit schiitischen Pilgern. Acht von ihnen seien gestorben, darunter sechs Iraner, meldete der irakische Sender Sumeria TV. Bei den westlich von Ramadi gefundenen Leichen handelt es sich nach Angaben aus Sicherheitskreisen um Angehörige der Sicherheitskräfte sowie um Reisende, die von Geiselnehmern in den vergangenen Tagen in der Region verschleppt worden waren. Ob die Opfer ins Kreuzfeuer gerieten oder von ihren Entführern erschossen wurden, war zunächst unklar.

Seite 1:

Mehr als 70 Tote bei Terrorwelle im Irak

Seite 2:

Gewalt hat drastisch zugenommen

Kommentare zu " Gewalt eskaliert: Mehr als 70 Tote bei Terrorwelle im Irak"

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%