Gewalt eskaliert
Sieben Nato-Soldaten in Afghanistan getötet

Seit der Frühlingsoffensive der Taliban nimmt die Gewalt in Afghanistan stetig zu. Binnen zwei Tagen wurden sieben Nato-Soldaten bei Gefechten und Anschlägen getötet. Auch einst friedliche Landesteile sind betroffen.
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KabulBei Anschlägen und Kämpfen mit Aufständischen in Afghanistan sind seit Freitag mindestens sieben Nato-Soldaten ums Leben gekommen. Im Osten des Landes wurden am Samstag vier Soldaten der internationalen Schutztruppe Isaf von einer am Straßenrand platzierten Bombe getötet. Am Freitag waren zudem zwei weitere Nato-Soldaten im Süden des Landes bei Angriffen von Aufständischen ums Leben gekommen, erklärte das Militärbündnis am Samstag.

In der südwestlichen Provinz Helmland wurde ebenfalls am Freitag ein britischer Soldat während einer Patrouille von Aufständischen getötet, teilten Regierungsvertreter in London mit. Nähere Einzelheiten wie die Nationalität der Soldaten machte die Nato zu den übrigen Opfern nicht. Insgesamt sind seit Jahresbeginn damit über 200 Nato-Soldaten getötet worden.

Die Gewalt in Afghanistan ist so hoch wie seit Jahren nicht mehr. Jüngst waren auch Landesteile betroffen, die lange als relativ friedlich galten, etwa im Norden, wo zuletzt mehrere Bundeswehrsoldaten getötet wurden. Im Mai begannen die radikal-islamischen Taliban eine Frühjahrsoffensive. Seitdem starben 57 ausländische Soldaten in Afghanistan, mindestens 220 wurden bislang in diesem Jahr insgesamt am Hindukusch getötet.

Im Rahmen der Offensive wollen die Taliban die Provinzen Helmland und Kandahar zurückerobern, die zu ihren Kerngebieten gehören und durch den Anbau und Verkauf von Opium zu ihren wichtigsten Finanzierungsquellen zählen. Aus Helmland wurden in den vergangenen Tagen schwere Kämpfe zwischen Aufständischen und US-Soldaten gemeldet.

Anschlag auf Studenten

Auch in der Stadt Kandahar wurden bei einem Anschlag am Samstag zwei Menschen getötet, als eine Bombe, die in einem Motorrad versteckt war, explodierte. Bei den Toten handelte es sich um Studenten. Nach Auskunft des Vizepräsidenten der Universität, Hasrat Mir Totachail, explodierte am selben Platz eine zweite Bombe, als die Polizei an den Tatort kam. Zunächst war es unklar, ob es dabei weitere Tote und Verletzte gegeben hat.

Bei einem weiteren Zwischenfall in Kandahar wurde der Direktor der regionalen Justizverwaltung, Hakel Schah, von Bewaffneten angeschossen und verletzt.

Der Tod eines Italieners in der nordöstlichen Provinz Pajnshir am Freitag gibt den Behörden indessen vorerst Rätsel auf. Der Italiener, der gemeinsam mit einer Amerikanerin und einem afghanisch-amerikanischen Mann unterwegs war, geriet offenbar mit einem Teenager in Streit, als dieser die Frau im Vorbeigehen berührte. Nach einem Streit feuerte der Italiener mit seiner Pistole auf den Jugendlichen und verwundete ihn. Nach Angaben des dortigen Polizeichefs erwiderten Dorfbewohner daraufhin das Feuer und töteten den Mann.

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

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  • Hoffentlich war kein türkischer Soldat dabei.

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