Gewalt im Irak eskaliert
Schiitenführer Sadr ruft zum Gewaltverzicht auf

Der radikale schiitische Prediger Moktada al-Sadr hat sich zu Gesprächen über ein Ende der Gewalt im Irak bereiterklärt und seine Anhänger zum Gewaltverzicht aufgerufen. „Vergießt kein irakisches Blut“, ließ er in einer Stellungnahme verbreiten. Doch die Kämpfe zwischen Miliz und Sadr-Anhänger eskalieren weiter.

HB NADSCHAF. Nach tagelangen Gefechten seiner Anhänger mit irakischen Sicherheitskräften hat sich der radikale Schiitenprediger Moktada al-Sadr zu Gesprächen über ein Ende der Gewalt bereiterklärt. Alle müssten nun nach einer politischen Lösung suchen, ließ Sadr am Donnerstag über einen seiner wichtigsten Berater erklären. Zudem müssten Proteste seiner Anhänger friedlich bleiben. „Vergießt kein irakisches Blut“, heißt es in der Stellungnahme weiter.

Die Kämpfe zwischen der irakischen Armee und der Mahdi-Miliz des radikalen Schiiten-Predigers sind am Donnerstag dennoch weiter eskaliert. Nach unbestätigten Berichten gab es dabei Dutzende Tote. Wegen der anhaltenden Auseinandersetzungen wurde über Bagdad eine Ausgangsperre von diesem Donnerstagabend bis Sonntagmorgen dauern, berichtete die irakische Nachrichtenagentur Voices of Iraq unter Berufung auf Behördenangaben. Ungeachtet der schweren bewaffneten Auseinandersetzungen lobte US-Präsident George W. Bush militärische Fortschritte im Irak. Diese brächten die USA nahe an einen strategischen Sieg im Irak-Konflikt, sagte der US-Präsident in Dayton (US-Bundesstaat Ohio). Sie seien jedoch noch umkehrbar.

Bush lobte den Vorstoß der irakischen Armee als „mutigen Schritt“. Die „mutige Entscheidung“ des irakischen Regierungschefs Nuri al- Maliki, die „illegalen Gruppen in Basra zu verfolgen“, zeige „seine Führungskraft“. „Das ultimative Ergebnis wird es es sein, dass die Terroristen und Extremisten im Irak erkennen werden, dass sie in einer freien und demokratischen Gesellschaft keinen Platz haben.“ Zugleich richtete er scharfe Vorwürfe an Syrien und den Iran. „Syrien und Iran müssen aufhören, Terrorismus und Gewalt im Irak zu unterstützen.“ Ein rascher Rückzug der US-Truppen würde die Fortschritte im Irak und den Aufbau einer Demokratie in Bagdad gefährden.

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