Gewalt im Jemen
Angriff auf Demonstranten-Zeltdorf

Seit drei Monaten protestieren tausende Menschen im Jemen gegen ihre Regierung. In der Nacht zum Montag wurden 150 Demonstranten von Sicherheitskräften verletzt. Extremisten tragen zur Gewalt in dem Land bei.
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SanaaIm Jemen ist kein Ende der Gewalt abzusehen: Bei einem Angriff von Sicherheitskräften auf Demonstranten in der südlichen Stadt Tais wurden nach Angaben von Ärzten 150 Menschen verletzt. Gegen die Gruppe, die auf dem zentralen Platz der Stadt Zelte errichtet hatte, sei mit Gewehren und Wasserwerfern vorgegangen worden, berichteten Augenzeugen in der Nacht zum Montag.

Die Opfer wurden Medizinern zufolge im Krankenhaus behandelt. Zuvor waren bei gewaltsamen Zusammenstößen in Tais sechs Menschen ums Leben gekommen, wie Ärzte und Aktivisten mitteilten. In der Hauptstadt Sanaa waren am Sonntagabend mehrere Explosionen zu hören.

Hunderte Extremisten hatten am Wochenende nach Militärangaben die südliche Stadt Sindschibar erobert. Der Gouverneur, der Sicherheitschef und der Kommandeur einer dort stationierten Heeresbrigade flüchteten.

Kritiker werfen Präsident Ali Abdullah Saleh vor, mit der Tatenlosigkeit der Regierung die Ängste des Westens vor einer Machtübernahme der Extremisten schüren zu wollen, die der Staatschef für den Fall seines Abgangs prophezeit hatte.

Seit drei Monaten fordern tausende Menschen bei Massenkundgebungen Salehs Rücktritt.

Hunderte Extremisten hatten die Hauptstadt der Provinz Abjan am Freitag gestürmt und zahlreiche Banken und Regierungsgebäude besetzt. Ab Samstagabend hätten sie die von ihnen kontrollierten Bereiche ausgeweitet, sagten Sprecher der Streitkräfte. Nachdem der Gouverneur, der Sicherheitschef und der Kommandeur einer dort stationierten Heeresbrigade geflohen seien, hätten die Extremisten sechs Panzer und etliche gepanzerte Fahrzeuge in ihre Gewalt gebracht.

Weitere Einheiten der Streitkräfte lieferten sich außerhalb der Stadt Gefechte mit den Extremisten. Dabei gerieten nach Angaben von Medizinern sechs Zivilpersonen ins Kreuzfeuer und wurden getötet. Über Tote oder Verwundeten unter den Extremisten oder den Soldaten gab es zunächst keine Angaben.

In Sanaa sagte der Offizier Abdullah Ali Elewa, Sprecher der zur Opposition übergelaufenen Soldaten, Saleh versuche Angst zu verbreiten, dass ohne ihn der Jemen zu einem zweiten Somalia werde. Salehs politische Gegner und ausländische Experten halten solche Befürchtungen jedoch für unbegründet. Elewa rief die Streitkräfte dazu auf, die Extremisten zu bekämpfen.

Agentur
dapd 
DAPD Deutscher Auslands-Depeschendienst GmbH / Nachrichtenagentur

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