Gewalt in Afghanistan
Talibankämpfer starten neue Angriffswelle

Mehr als hundert Tote allein in der vergangenen Woche: Die Gewalt in Teilen Afghanistans erreicht neue Ausmaße, gesteuert von Talibankämpfern. Sogar Kinder werden offenbar als Selbstmordattentäter eingesetzt.
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Ein Selbstmordkommando der Taliban hat am Sonntag eine Polizeiwache in der ostafghanischen Provinzhauptstadt Chost gestürmt und mindestens fünf Angehörige der Sicherheitskräfte getötet. Bei den Detonationen und dem anschließenden Feuergefecht seien drei Polizisten und zwei afghanische Soldaten ums Leben gekommen, sagte der Polizeichef der Provinz Chost. Nach offiziellen Angaben starben auch die vier Angreifer. Sieben Menschen wurden demnach verletzt, darunter auch Zivilisten. Die Gefechte dauerten sechs Stunden an.

Erst am Samstag waren bei einem Angriff von Selbstmordattentätern auf ein Militärkrankenhaus in Kabul sechs Menschen getötet worden, darunter drei Medizinstudenten. Rund 30 weitere Menschen wurden nach Angaben der Behörden verletzt, als sich ein Attentäter in einem Zelt auf dem Krankenhausgelände im Zentrum der afghanischen Hauptstadt in die Luft sprengte. Der zweite Angreifer wurde bei einem eineinhalbstündigen Feuergefecht getötet. Die Taliban übernahmen die Verantwortung für die Anschläge in Chost und Kabul.

Bei dem Versuch, ein Kind als Selbstmordattentäter zu missbrauchen und mit einem Sprengsatz auszurüsten, kamen im Osten Afghanistans fünf Menschen ums Leben. Wie die Polizei am Samstag mitteilte, explodierte die Sprengstoffweste, als Aufständische sie dem 12-Jährigen umlegten. Der Vorfall habe sich am Freitagabend in der Provinz Nuristan ereignet. Der Junge sei unter den Toten.

Das Innenministerium teilte inzwischen mit, bei einem weiteren Anschlag am Sonntag seien in der südafghanischen Provinz Sabul zwei Frauen ums Leben gekommen. Vier Frauen und ein Mann seien verletzt worden, als ein Sprengsatz neben ihrem Fahrzeug detoniert sei.

Nach Angaben des Innenministeriums hat die Gewalt in Afghanistan wieder deutlich zugenommen. Ein Ministeriumssprecher sagte am Sonntag, in der abgelaufenen Woche seien bei Anschlägen und Angriffen Aufständischer mehr als 80 Zivilisten getötet und über 100 verletzt worden.

Das sei ein Anstieg um fast 75 Prozent verglichen mit der Vorwoche. Außerdem seien in der abgelaufenen Woche rund 30 Polizisten und mehr als 110 Taliban-Kämpfer getötet worden. Aufständische hätten in der Zeit 120 Angriffe und Anschläge verübt.

Agentur
dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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