Gewalt in Kairo
Panzer fahren am Präsidentenpalast vor

Bei Straßenschlachten zwischen Anhängern und Gegnern des Präsidenten hat es in Kairo mehrere Tote gegeben. Panzer stehen vor dem Palast. Trotz Ankündigung der Armee, auf Gewalt zu verzichten, fliegen wieder Steine.
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Vor dem Präsidentenpalast in Kairo ist es am Donnerstag erneut zu Zusammenstößen zwischen Anhängern und Gegnern von Staatschef Mohammed Mursi gekommen. Nach Beobachtungen von Reuters-Journalisten bewarfen sich die beiden Seiten gegenseitig mit Steinen über die Köpfe von Soldaten hinweg, die zum Schutz von Mursis Amtssitz im Einsatz waren. Die Militärs beruhigten mit Aufrufen zur Ruhe schließlich die Lage. Am Mittwoch waren bei Zusammenstößen vor dem Palast nach Angaben des Gesundheitsministeriums mindestens fünf Menschen getötet und 350 verletzt worden.

Der Chef der Republikanischen Garde versicherte, die Streitkräfte würden nicht zur Unterdrückung der Opposition eingesetzt. Die Soldaten sollten lediglich beide Seiten auf Distanz halten.

In der Nacht Bei Auseinandersetzungen zwischen Anhängern und Gegnern des ägyptischen Präsidenten Mohammed Mursi in Kairo sind jedoch mindestens fünf Menschen ums Leben gekommen. Das berichtete der arabische Fernsehsender Al Dschasira am Donnerstag unter Berufung auf das ägyptische Gesundheitsministerium. Rund 350 weitere seien verletzt worden, hieß es. Die Gewalt dauerte dem Bericht zufolge in den frühen Morgenstunden noch an.

Unterdessen sind am Donnerstagmorgen Panzer vor den Präsidentenpalast gefahren. Wie ein AFP-Korrespondent vor Ort berichtet, stationierte das Militär nur wenige Meter vor dem Eingang des Amtssitzes von Staatschef Mohammed Mursi drei Panzer und drei weitere Militärfahrzeuge. Aus Sicherheitskreisen in der ägyptischen Hauptstadt verlautet, es handele sich nicht um Soldaten der Armee.

Die Krawalle am Mittwoch begannen, als Tausende Islamisten die Gegend um den Palast stürmten, wo 300 Gegner Mursis einen Sitzstreik abhielten. Am Vorabend hatten sich mehr als 100.000 Ägypter an einem Protestmarsch zum Amtssitz des Staatschefs beteiligt und ihrer Verärgerung über die Machtausweitung Mursis Luft gemacht. Vier Berater des Staatschefs traten zwar zurück, doch die ägyptische Führung hält am umstrittenen Verfassungsreferendum fest. Die Muslimbrüder kündigten über den Kurznachrichtendienst Twitter an, dass Mursi am Donnerstag zur Nation sprechen werde. In der Rede werde es unter anderem um Wege zur Beilegung der derzeitigen Krise gehen.

Die Islamisten, die in Sprechchören ihre Unterstützung für Mursi bekundeten, feierten nach der Massenschlägerei ihren „Sieg“ über die liberalen Demonstranten. Sie überpinselten Anti-Mursi-Graffiti, die Demonstranten am Vortag auf der Mauer vor dem Präsidentenpalast aufgemalt hatten. In den Städten Ismailija und Suez zogen nach Angaben von Zeugen hunderte Menschen vor Büros der Muslimbruderschaft, Mursis politischer Heimat, und steckten diese in Brand.

Die Mursi-Gegner befürchten, dass der Präsident und die Muslimbrüder aus dem Land einen islamischen Gottesstaat machen. Die Islamisten wollen ihr umstrittenes Verfassungsreferendum Mitte Dezember über die Bühne bringen – koste es was es wolle. Vizepräsident Mahmud Mekki sagte am Mittwoch in Kairo: „Der Termin für das Referendum am 15. Dezember steht fest und wird nicht verschoben.“

Mehrere radikale Islamisten drohten den Oppositionellen mit einem „heiligen Krieg“ (arabisch „Dschihad“), falls diese ihre Sabotagepolitik gegen Präsident Mursi fortsetzen sollten. Der Generalsekretär der Partei für Unversehrtheit und Entwicklung, Mohammed Abu Samra, sagte in einem Interview des Nachrichtensenders Al-Arabija: „Wenn sie sich gegen die Legitimität stellen, dann werden wir äußerte Gewalt anwenden“. Er fügte hinzu: „Wir sind keine Muslimbrüder und auch keine Salafisten, wir sind Dschihadisten.“

Der für seine radikalen Ansichten bekannte Fernsehprediger Abdullah Badr sagte in einer Talkshow des ägyptischen Islam-Senders Al-Hafez, die Christen seien es, die den Protest gegen Präsident Mursi anführten. „Und wenn ihm auch nur ein Haar gekrümmt wird, dann reißen wir ihnen die Augen aus“, drohte er.

Doch es gab auch andere Stimmen in dem Land. Das religiöse Oberhaupt der sunnitischen Muslime in Ägypten, Großimam Ahmed al-Tajjeb, rief angesichts der anhaltenden innenpolitischen Spannungen zum Dialog auf. Der Scheich habe an alle Ägypter jedweder politischer Richtung appelliert, zu einem "friedlichen und zivilisierten Dialog" zurückzukehren, berichtete die amtliche Nachrichtenagentur Mena am Mittwoch.

Vier Berater Mursis traten aus Protest gegen die Gewalt auf der Straße zurück. Der Politologe Seif Abdel Fatah verkündete seinen Rücktritt am Abend in einem tränenreichen Interview mit dem TV-Sender Al-Dschasira live.

Er erklärte, die komplette Elite des Landes sei eigennützig und habe nicht die Interessen der Bevölkerung im Blick. Die Website des Kairoer Tageszeitung „Al-Shorouk“ meldete, auch Eiman al-Sajed und der Fernsehmoderator Amr al-Laithi hätten sich aus dem Beratergremium zurückgezogen. US-Außenministerin Hillary Clinton forderte unterdessen die Machthaber in Kairo auf, das „demokratische Versprechen der ägyptischen Revolution“ einzulösen.

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Wie Mursis Unterstützer die Opposition ausschalten wollen

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  • Hat Deutschland nicht gerade Panzer dort hin geliefert? – Na ja, ist ja kein Spannungsgebiet. –Alternativlos!

  • Ja so kann man sich seine Nazis auch züchten. Wie war das mit der Angst vor der NPD. Anlässlich der Bilder kommt die nicht von ungewähr.

  • aha, hillaery fordert das demokratische versprechen,ebenso haette sie monika auffordern koennen nicht mehr bills zigarre zu rauchen.man muss sich fragen ist die nur naiv oder total verbloedet

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