Gewalt in Libyen: Großbritannien friert Gaddafis Vermögen ein

Gewalt in Libyen
Großbritannien friert Gaddafis Vermögen ein

Der britische Schatzkanzler Osborne sagt Libyens Staatschef Gaddafi den Kampf an und friert sein millionenschweres Vermögen ein. Auch der deutsche Außenminister Westerwelle denkt über weitere Sanktionen nach.
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London/BerlinDie britische Regierung hat am Sonntag Abend das Vermögen des libyschen Diktators Muammar Gaddafi und seiner Familie eingefroren und damit eine Resolution des UN-Sicherheitsrats umgesetzt. "Wir haben die Maßnahme getroffen, damit die Mittel nicht gegen die Interessen des libyschen Volkes verwendet werden", erläuterte der britische Finanzminister George Osborne.

Vor den Briten hatten bereits die Schweiz und die USA Gaddafis Vermögen eingefroren.

 Experten schätzen das Vermögen des libyschen Diktators auf bis zu 60 Mrd. Pfund. Ein großer Teil davon steckt im staatlichen Fonds Libyan Investment Authority (LIA), der in großem Stil in Großbritannien investiert hat. Insgesamt verwaltet die LIA nach Expertenschätzungen ein Vermögen von rund 50 Mrd. Pfund. Unter anderem hält der Fonds drei Prozent an der Verlagsgruppe Pearson, und zahlreiche Immobilien in erster Lage.

Die LIA hat eine eigene Niederlassung im vornehmen Londoner Stadtteil Mayfair. Mohamed Layas, der Chef des Staatsfonds, hat Informationen der Internetplattform WikiLeaks zufolge gegenüber US-Diplomaten gesagt, dass er London vor allem wegen des unkomplizierten Steuersystems und der Geschäftsfreundlichkeit schätze. Im vergangenen Jahr investierte die LIA nach Informationen der Zeitung "Times" hunderte von Millionen Pfund in den Hedge-Fonds FM Capital, der unter anderem von ehemaligen Bankern von Goldman Sachs, Morgan Stanley und JP Morgan betrieben wird. Die Ex-Banker sollen außerdem junge unerfahrene Vermögensverwalter des libyschen Staatsfonds ausgebildet haben.

Am Wochenende hatten die USA und die Vereinten Nationen Sanktionen gegen den libyschen Machthaber beschlossen, die EU will in Kürze nachziehen.

Auch Deutschland schließt angesichts der geplanten Sanktionen gegen die Führung in Libyen weitere Aktionen wie eine Flugverbotszone über dem Land nicht aus. Er könne nicht ausschließen, „dass es auch weitere Maßnahmen gibt“, sagte Außenminister Guido Westerwelle (FDP) am Sonntag in Berlin. „Das hängt natürlich auch damit zusammen, wie sich jetzt die Lage weiter entwickelt.“

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  • Anonym Reader: Sofortiges Handeln statt schwerfälliger Überlegungen seitens EU!

    Wie lange wollen die EU-Staaten noch zögern, vielleicht bis das Gaddafi-Regime seine bei europäischen Banken angelegten Vermögenswerte in Steuerparadiese verschoben und in Sicherheit gebracht hat? Die sonst für Lansamkeit geschmähten Schweizer haben's vorgemacht, wie man schnell die Konten Gaddafi's und die seiner Sippe sperrt. Auch USA und UK verhalten sich bei Abdrosselung der Geldversorgung Gaddafis einigermassen vorbildlich.
    Wenn Gaddafi kein frisches Geld bekommt, für Öl und Gas keine Erlöse mehr erhält, ein schnelles und konsequentes Waffenembargo für Libyen durchgesetzt würde, könnte dem bösartige Regime
    bald der Exodus bevorstehen!

  • Anonym Reader: Sofortiges Handeln statt schwerfälliger Überlegungen seitens EU!

    Wie lange wollen die EU-Staaten noch zögern, vielleicht bis das Gaddafi-Regime seine bei europäischen Banken angelegten Vermögenswerte in Steuerparadiese verschoben und in Sicherheit gebracht hat? Die sonst für Lansamkeit geschmähten Schweizer haben's vorgemacht, wie man schnell die Konten Gaddafi's und die seiner Sippe sperrt. Auch USA und UK verhalten sich bei Abdrosselung der Geldversorgung Gaddafis einigermassen vorbildlich.
    Wenn Gaddafi kein frisches Geld bekommt, für Öl und Gas keine Erlöse mehr erhält, ein schnelles und konsequentes Waffenembargo für Libyen durchgesetzt würde, könnte dem bösartige Regime
    bald der Exodus bevorstehen!

  • Nach diesen inhaltslosen Drohungen dieser Politkarrikatur muss man Gaddafi als im höchsten Maße als selbstmordgefährdet einstufen. Man erinnere sich an das Lavieren auch dieses Politikers, als die Unruhen in Nordafrika begannen. Den Respekt vor solchen Leuten habe ich schon lange verloren.

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