Gewalt in Mali
Mindestens acht Tote bei Geiselnahme in Hotel

Die dritte Attacke in weniger als einer Woche: Mindestens acht Opfer forderte das Gefecht im Verlauf einer Geiselnahme in einem Hotel in Mali. Auch die UN-Mission beklagt den Tod eines Mitarbeiters.
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BamakoBei einer Geiselnahme in einem Hotel im Zentrum Malis sind am Freitag mindestens acht Menschen getötet worden. Auf Seiten der Armee habe es fünf Opfer gegeben, auch zwei Angreifer seien bei dem Angriff auf das Hotel „Le Byblos“ in Sévaré gestorben, erklärte die malische Regierung. Die UN-Mission in Mali (Minusma), die das Hotel mit nutzt, gab ihrerseits den Tod eines ausländischen Mitarbeiters bekannt.

Die Geiselnahme dauerte am Freitagabend (Ortszeit) an, wie aus malischen Armeekreisen verlautete. Wieviele Menschen sich in der Gewalt der Attentäter befinden, blieb zunächst unklar.

Die UN-Mission erklärte, die Angreifer hätten am Morgen einen Militärstützpunkt in der Stadt angegriffen. Nach einem Gefecht hätten sie sich in dem von ausländischen Gästen genutzten Hotel verschanzt. Den ganzen Vormittag hätten die Gefechte angedauert und auch am Nachmittag habe es weiter vereinzelt Schüsse gegeben, teilte Minusma mit. Sie machte keine Angaben zur Identität oder Nationalität ihres getöteten Mitarbeiters.

Die Regierung teilte ihrerseits mit, dass nach vorläufigem Stand fünf Soldaten getötet und zwei weitere verletzt worden seien. Zudem habe es auf Seiten der Angreifer zwei Tote gegeben, sieben weitere seien festgenommen worden. Aus Armeekreisen war zuvor von acht Toten die Rede gewesen, darunter drei nicht identifizierte Leichen vor dem Hotel. Darunter war auch ein Weißer, der neben einem ausgebrannten Kleinbus lag.

Ein Einwohner von Sévaré sagte per Telefon, die Angreifer hätten versucht, westliche Ausländer zu entführen, dies sei aber nicht geglückt. Daraufhin hätten sich die Angreifer im Hotel verschanzt.

Sévaré liegt nahe der Regionalhauptstadt Mopti im Zentrum Malis, etwa 620 Kilometer nordöstlich der Hauptstadt Bamako. Armeekreisen zufolge waren mindestens fünf Ausländer als Gäste in dem Hotel registriert: drei Südafrikaner, ein Franzose und ein Ukrainer.

Russland und die Ukraine bestätigten, dass jeweils ein Staatsbürger unter den Geiseln sei. Der Ukrainer konnte nach Angaben aus Militärkreisen im Verlauf der Geiselnahme aber entkommen. Er sagte demnach, dass sich „vier oder fünf Terroristen“ in dem Hotel verschanzt hätten. Er sei mit drei Südafrikanern und einem Russen zusammen gewesen, als der Angriff begann. Frankreichs Präsident François Hollande sagte, möglicherweise sei auch ein Franzose unter den Geiseln.

Der Angriff ist bereits der dritte in weniger als einer Woche: Bei einem Angriff islamistischer Rebellen auf ein Militärlager nahe Timbuktu waren am Montag elf Soldaten getötet worden. Zuvor waren am Samstag zwei weitere Soldaten in einem Hinterhalt bei Nampala im Zentrum des Landes gestorben.

Im Frühjahr 2012 hatten Tuareg-Rebellen und islamistische Milizen das Machtvakuum nach einem Militärputsch in Bamako genutzt, um weite Gebiete im Norden des Landes unter ihre Kontrolle zu bringen. Als die Islamisten Anfang 2013 weiter nach Süden vordrangen, griff die französische Armee ein. Binnen weniger Wochen wurden die Islamisten aus den Städten vertrieben. Doch die Milizen bleiben aktiv und verüben regelmäßig Anschläge auf Soldaten und Polizisten.

Agentur
afp 
AFP news agency (Agence France-Presse) / Nachrichtenagentur

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