Gewalt in Syrien
Arabische Botschafter verlassen Damaskus

Nach einer Woche voller Gewalt setzen erstmals arabische Staaten den syrischen Präsidenten Assad unter Druck. Doch der zeigt sich unbeeindruckt und setzt laut Augenzeugenberichten die Angriffe auf die Bevölkerung fort.
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Amman/DschiddaDer syrische Präsident Baschar al-Assad gerät erstmals auch durch arabische Staaten unter Druck. Nach der blutigsten Woche in den seit fünf Monaten andauernden Kämpfen in Syrien beendeten Saudi-Arabien, Bahrain und Kuwait ihr Schweigen und zogen ihre Botschafter aus Damaskus ab. Die Außenminister der Golf-Staaten würden in Kürze die Lage in Syrien beraten, kündigte der kuwaitische Außenminister Scheich Mohammed al-Salem al-Sabah am Montag an. Assad zeigte sich unbeeindruckt. In der Protesthochburg Deir al-Sor setzten Panzereinheiten nach Augenzeugenberichten ihre Angriffe fort.

In einer noch nie dagewesenen Schärfe wandte sich der saudische König Abdullah an Assad: „Was in Syrien passiert, ist nicht annehmbar für Saudi-Arabien.“ Syrien solle gut nachdenken, bevor es zu spät sei. Das Land müsse echte Reformen beschließen. „Entweder wird Syrien sich weise zum eigenen Vorteil entscheiden oder es wird niedergerissen in die Tiefen von Aufruhr und Verlusten“, hieß es in einer schriftlichen Stellungnahme. Das Blutvergießen müsse aufhören.

Auch die Arabische Liga, die bislang direkte Kritik an Assad vermieden hatte, forderte die syrischen Behörden auf, alle Gewalt gegen die Demonstranten umgehend zu stoppen. Allerdings erklärte der Liga-Vorsitzende Nabil Elaraby auch, drastische Maßnahmen seien von seiner Organisation nicht zu erwarten. Die Liga setze darauf, den Konflikt Schritt für Schritt zu beenden.

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  • Jetzt plötzlich melden sich die scheinheiligen Sunnitenstaaten gegen den liberalen und allawiten Assad. Er ist der demokratischste führende Persönlichkeiten im ganzen Orient. Fragen Sie nur die lokalen Christen.
    Die Türken sollen erst einmal so demokratisch sein und die halbe Türkei den Kurden abgeben. Die finanzierer des syrischen Chaos und grösste Diktatur und undemokratischste und mittelalterliche Land der Welt, die Saudis sollen bloss den Mund halten und vor der eigenen Türe kehren. Assad ist ein Vorbild für die Region.
    Lieber den Assad clan für die naechsten 1000 Jahre als den mittelalterlich-saudisch gepraegte Führung in Syrien. Niemand möchte die Saudis in Syrien haben. Wenn der Westen so besorgt ist um die von den Saudis bezahlten und bewaffneten Unruhestifter und mittelalterlichen, sunnitischen Terroristen, dann kkann er diese alle doch als Asylanten in den Westen doch einladen. Nach einer kurzen Begegnung mit diesen verblendeten wahabiten, dann werden sie Assad verstehen.

  • ausgerechnet aus Saudi-Arabien, Bahrain und Kuwait. Die haben kräftigst Demonstranten zusammengeschossen. Diese Länder sind in dem Bezug nicht ernst zu nehmen

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