Gewalt in Syrien: Erste UN-Blauhelme in Damaskus

Gewalt in Syrien
Erste UN-Blauhelme in Damaskus

In Syrien war das Wochenende von den heftigsten Angriffen seit dem Start der Waffenruhe geprägt. Nach über einem Jahr des blutigen Konflikts sind jetzt die ersten UN-Beobachter eingetroffen. Bringen sie die Wende?
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Kario/New YorkAm Tag nach dem Beschluss des UN-Sicherheitsrats über die Entsendung einer Beobachtermission ist ein Vorausteam der Vereinten Nationen am späten Sonntagabend in Damaskus angekommen. Wie ein Mitglied des Teams der Nachrichtenagentur dpa erklärte, will das Vorauskommando seine Arbeit so bald als möglich aufnehmen. Am Montag sollen Gespräche mit der syrischen Regierung beginnen.

Die Vorhut wird von einem indischen Offizier geleitet. Ein Sprecher des Sondergesandten Kofi Annan sagte dpa in Genf, das Sechserteam werde nach Konsultationen mit der syrischen Regierung in die Zentren der Auseinandersetzungen gehen. Der Rest des 25 bis 30 Mitglieder umfassenden Vorauskommandos werde so bald als möglich folgen, sagte Ahmed Fawzi weiter.

Eine Vertraute von Präsident Baschar al-Assad erklärte vor dem Eintreffen der UN-Angehörigen, die Regierung behalte sich vor, Blauhelme abzulehnen, die aus Katar, Saudi-Arabien, der Türkei und Frankreich kämen. Diese Länder hätten stark Partei für die Rebellen ergriffen, die die Assad-Regierung stürzen wollen.

Die Aufgabe der Blauhelme wird es sein, den Truppenabzug aus den Städten und die bisher noch sehr brüchige Waffenruhe zu überwachen. Waffenruhe und Truppenabzug gehören zum Sechs-Punkte-Plan Annans, der von Damaskus und der Opposition akzeptiert wurde.

Der UN-Sicherheitsrat hatte am Samstag in New York beschlossen, umgehend ein Team nach Damaskus zu schicken. Es war die erste UN-Resolution zu Syrien seit Beginn der Proteste gegen das Assad-Regime vor 13 Monaten. UN-Generalsekretär Ban Ki Moon erklärte, die Beobachtermission werde später insgesamt etwa 250 Mitglieder haben.

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