Gewalt nimmt weiter zu
Armee dringt nach Raketenangriff in Gaza-Streifen ein

Nach dem ersten palästinensischen Raketenangriff auf eine israelische Großstadt hat Ministerpräsident Ariel Scharon am Donnerstag die Armee angewiesen, alle Maßnahmen zu ergreifen, um eine erneute Attacke zu verhindern.

Reuters JERUSALEM. Die israelische Armee drang am Abend mit zehn gepanzerten Fahrzeugen in den nördlichen Gaza-Streifen ein und rodete nach Angaben aus Sicherheitskreisen Büsche und Bäume, die von den Angreifern als Deckung genutzt worden seien. Israelische Sicherheitskreise hatten zuvor gewarnt, mit dem Angriff auf Aschkelon könnte eine Schwelle überschritten worden sein, die eine größere Militäraktion in den Palästinenser-Gebieten nach sich ziehen könnte.

„Ich habe den Verteidigungsminister angewiesen, alle nötigen Maßnahmen zu ergreifen, um solche Taten künftig zu vermeiden“, sagte Scharon zu Journalisten. Den Angriff bezeichnete er als eine neue Eskalation. Er habe mit einem der größten Kraftwerke des Landes ein strategisches Ziel gehabt.

Kämpfer der radikalen Hamas-Bewegung hatten am Mittag die Stadt Aschkelon beschossen. Die Kassam-Rakete war nach Armeeangaben neun Kilometer vom Gaza-Streifen entfernt in einem Industriegebiet der Stadt eingeschlagen ohne Schaden anzurichten. Palästinensische Sicherheitskräfte griffen nach eigenen Angaben umgehend ein und hinderten die Hamas-Kämpfer daran, weitere Raketen abzufeuern.

Augenzeugen zufolge drangen am Abend zwei Planierraupen der Armee unterstützt von einem Panzer in den nördlichen Gaza-Streifen ein und rodeten in dem Gebiet um Beit Hanun Bäume. „Wir machen Büsche und Bäume dem Erdboden gleich, die von denen als Unterstand genutzt wurden, die die Kassam-Rakete abgefeuert haben“, hieß es aus israelischen Sicherheitskreisen.

Die Gewalt zwischen den Konfliktparteien hat zuletzt wieder zugenommen. Nach einem der größten Selbstmordanschläge seit Jahren und der Tötung eines Hamas-Anführers durch Israel in der vergangenen Woche hatten radikale Palästinenser-Organisationen ihre Waffenruhe aufgekündigt. Die Waffenruhe ist eine Voraussetzung für die Umsetzung des internationalen Nahost-Friedensplanes, der von den USA, der Europäischen Union, den Vereinten Nationen (UNO) und Russland erarbeitet wurde.

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