Gewalteskalation
Syrien tötet elf Demonstranten

Das syrische Regime zeigt sich vom EU-Ölembargo unbeeindruckt und geht weiter brutal gegen seine Gegner vor. Oppositionsanhänger berichten von tödlichen Schüssen in mehreren Provinzen.
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Beirut/IstanbulDas syrische Regime schlägt internationale Warnungen vor weiterer Gewalt gegen die Opposition in den Wind. Einen Tag nach dem Inkrafttreten des von der EU beschlossene Einfuhrverbotes für Rohöl aus Syrien hätten Sicherheitskräfte ihren Einsatz verschärft und am Sonntag insgesamt elf Menschen getötet, erklärten Aktivisten. Syrische Staatsmedien berichteten über einen Angriff von Regimegegnern auf einen Bus in der westlich gelegenen Kleinstadt Mehardeh, bei dem neun Soldaten und Militärbedienstete erschossen worden seien. Auch drei der Angreifer seien getötet worden. 

Eine Delegation des Internationalen Komitees vom Roten Kreuz (IKRK) begann am Sonntag in Damaskus Gespräche mit dem Machthaber, wie ein Sprecher der Organisation bestätigte. IKRK-Präsident Jakob Kellenberger traf zunächst Außenminister Walid al-Muallem. Das IKRK will mit Regierungsvertreten über die Versorgung von Kranken und Verwundeten sowie den Zugang zu inhaftierten Regimegegnern sprechen. Auch Treffen mit Präsident Baschar al-Assad und Ministerpräsident Adel Safar standen auf dem Programm. 

Die USA begrüßten das Ölembargo der EU gegen Syrien als „starkes Signal“ an die Führung in Damaskus. „Diese neue Strafmaßnahme wird direkte Auswirkungen auf die Fähigkeit des Regimes haben, sein gewaltsames Vorgehen gegen friedliche Demonstranten zu finanzieren“, teilte die Sprecherin des US-Außenministeriums, Victoria Nuland, mit. Das Einfuhrverbot gilt vorerst nur für neue Verträge. Bereits vereinbarte Ölkäufe können noch bis zum 15. November abgewickelt werden. Darauf hatte die italienische Regierung bestanden, die sich um bestehende Verträge sorgt. 

In Baba Amr in der Provinz Homs hätten Sicherheitskräfte am Sonntag wahllos auf Demonstranten geschossen, berichteten Aktivisten. Es seien 15 Menschen verletzt worden. Sieben Tote habe es in der nördlichen Provinz Idlib gegeben, drei in Hama. Ein weiterer Mann, der am Freitag bei Protesten in der Provinz Homs verletzt worden war, sei am Sonntag gestorben.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

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