Gewaltserie im Irak
Al-Kaida bekennt sich zu Anschlag in Erbil

Eine zum Al-Kaida-Terrornetzwerk gehörende Extremisten-Organisation hat sich zum dem blutigen Selbstmordanschlag in der nordirakischen Stadt Erbil bekannt. Gleichzeitig drohten den Attentäter mit weiterer Gewalt.

HB KAIRO. Im Internet erklärte die islamistische Terrororganisation Ansar el-Sunna, der Anschlag in der kurdischen Stadt sei eine „Rache für unsere Brüder, die Tag und Nacht in euren (kurdischen) Haftanstalten gefoltert werden“.

In der an den Kurdenführer Massud Barsani gerichteten Erklärung heißt es weiter, die Anschlag habe sich auch gegen die kurdischen Peschmerga-Milizen gerichtet, „die ihre Waffen gegen Muslime richten, wenn sie Hand in Hand mit den Amerikanern gekämpft haben“. Die Terrororganisation, die schon mehrfach für brutale Attentate und Entführen verantwortlich zeichnete, drohte mit weiteren Anschlägen.

Bei dem Anschlag am Mittwoch wurden nach offiziellen Angaben rund 100 Menschen verletzt. Der Attentäter hatte sich vor einem Rekrutierungsbüro der Polizei in die Luft gesprengt. Der staatliche Fernsehensender Al-Irakija gab die Zahl der Toten mit 60 an. Im US- Nachrichtensender CNN erklärte ein örtlicher Journalist, Krankenhaus- Ärzte gingen von bis zu 90 Toten aus. Vor dem Rekrutierungsgebäude hatten nach Angaben von Augenzeugen etwa 300 Bewerber für den Polizeidienst Schlange gestanden.

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