Gewaltwelle Israel attackiert nach Angriff den Gazastreifen

Seit Monaten mehren sich palästinensische Attacken in Israel. Aber sie scheinen nicht von Gruppen zu kommen, nicht organisiert zu sein. Das macht es für Israel schwierig, angemessen zu reagieren.
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Ein israelischer Panzer überquert den Gaza-Streifen: Erneut kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Israelis und Palästinensern. Quelle: dpa

Ein israelischer Panzer überquert den Gaza-Streifen: Erneut kam es zu Auseinandersetzungen zwischen Israelis und Palästinensern.

(Foto: dpa)

Tel Aviv/GazaDie israelische Luftwaffe hat nach einem weiteren Raketenangriff militanter Palästinenser erneut Ziele im Gazastreifen bombardiert. Eine Armeesprecherin in Tel Aviv bestätigte am Freitag, in der Nacht seien zwei Ziele im mittleren und nördlichen Teil des Palästinensergebiets angegriffen worden. Es handele sich um Einrichtungen zur Herstellung und Lagerung von Waffen. Nach palästinensischen Angaben wurde dabei ein Mensch verletzt. Militante Palästinenser hatten zuvor eine Rakete auf die israelische Küstenstadt Aschkelon abgefeuert. „Wir werden tägliche Aggressionen nicht dulden“, sagte Armeesprecher Peter Lerner.
In Nahost häufen sich in letzter Zeit palästinensische Angriffe gegen israelische Ziele. Und das hat in Jerusalem Nervosität und wachsende Sorge ausgelöst, dass eine neue Art von palästinensischem Aufstand bevorstehen könnte. Im Gegensatz zu vorausgegangenen Gewaltwellen scheinen die jüngsten Vorfälle nicht von bestimmten radikalen Gruppen organisiert worden zu sein. Es sieht vielmehr nach einer Serie individueller Aktionen aus. Das macht es für die israelische Führung schwierig, darauf zu reagieren oder auch nur den genauen Hintergrund der Attacken herauszufinden.

Nach Jahren relativer Ruhe hat der israelische Inlandsgeheimdienst Schin Bet seit dem Wiederbeginn israelisch-palästinensischer Friedensgespräche im Juli einen steten Anstieg von Angriffen registriert. So kam es nach seinen Angaben beispielsweise im November in Jerusalem und im Westjordanland zu 167 Gewaltaktionen, während es im Oktober 136 waren.

In den vergangenen Tagen war die Entwicklung besonders dramatisch. Am Sonntag wurde bei einem Bombenanschlag auf einen Bus bei Tel Aviv nur deshalb schweres Blutvergießen verhindert, weil das Fahrzeug in letzter Minute evakuiert worden war. Aber die Explosion verursachte schweren Sachschaden.

Am nächsten Tag stach ein mutmaßlich palästinensischer Täter mit einem Messer auf einen Polizisten im Westjordanland ein. Dann wurde ein israelischer Zivilist am Grenzzaun zum Gazastreifen von einem palästinensischen Scharfschützen erschossen. Das zog israelische Luftangriffe nach sich, bei denen ein kleines palästinensisches Mädchen ums Leben kam.

Verteidigungsminister Mosche Jaloon zufolge gibt es keine Verbindungen zwischen den Vorfällen im Westjordanland und in Gaza, die von getrennten rivalisierenden palästinensischen Regierungen geführt werden. Jaloon spricht von „atmosphärischen“, das heißt stimmungsbedingten Angriffen. Israel werde dennoch darauf antworten. „Das ist eine nicht hinnehmbare Situation für uns“, sagt der Minister. Es sei zwar schwierig, wenn man es mit individuellen Angreifern zu tun habe, die darauf aus seien, Juden zu töten. „Aber wir werden mit Militärkraft und auf andere Weise reagieren.“

An den derzeitigen Friedensgesprächen ist die gemäßigte Palästinenserführung im Westjordanland beteiligt. Ziel ist ein unabhängiger Palästinenserstaat, der friedlich an der Seite Israels existiert. Die in Gaza regierende militante Hamas will von so etwas nichts wissen, sie ist gegen eine Anerkennung Israels und will dessen Zerstörung.

Gewalt hängt mit den Friedensgesprächen zusammen
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