Gewappnet für die Euro-Katastrophe
Retter in Rufbereitschaft

Die eskalierende Schuldenkrise lässt den Euro-Rettern keine freie Minute. Trotz Sommerpause müssen sie gewappnet sein für das Schlimmste – mit Notdiensten für die drohende Euro-Katastrophe.
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Berlin/ Frankfurt/BrüsselDie Euro-Krise kennt keine Pause. Und so kommt es, dass die Gefahr, dass Griechenland aus dem Euro-Raum austritt und dass auch Spanien und Italien Hilfen für die Refinanzierung brauchen, in diesen Tagen eher gewachsen ist. Für die Euro-Retter kommen die täglichen Horrornachrichten zur Unzeit. Denn viele sind im Urlaub, gar nicht im Epizentrum der Krise, sondern dort, wo die Welt noch in Ordnung ist.

Bundeskanzlerin Angela Merkel beispielsweise hat sich eine Drei-Wochen-Auszeit genommen. Ihren Urlaub beginnt sie traditionell bei den Bayreuther Festspielen. Danach fährt sie mit ihrem Mann Joachim Sauer nach Südtirol zum Wandern in die Berge. Auch Finanzminister Wolfgang Schäuble hat Berlin den Rücken gekehrt und erholt sich auf der Nordseeinsel Sylt.

Wie Merkel und Schäuble atmen auch Vertreter anderer Euro-Staaten durch. Und selbst in den wichtigen europäischen Institutionen, der Europäischen Kommission oder der Europäischen Zentralbank (EZB), gönnt man sich zwischen alle den Euro-Rettungsaktionen eine Verschnaufpause. Doch für den Fall der Fälle will man gerüstet sein. Vor allem die Kanzlerin, die in den vergangenen Wochen als Euro-Krisenmanagerin die Richtung vielfach vorgab, auch, weil sie als Garantin einer „Stabilitätsunion“ gilt, hat sichergestellt, dass das deutsche Krisenmanagement nicht zum Stillstand kommt. Bundesfinanzminister trifft heute auf Sylt den amerikanischen Finanzminister Timothy Geithner. Danach reist dieser nach Frankfurt um dort EZB-Chef Draghi zu treffen.

Dass die Euro-Retter auch mit dem Schlimmsten rechnen, ist wenig überraschend angesichts der Entwicklung der Schuldenkrise in den vergangenen Wochen. Selbst namhafte europäische Ökonomen sehen die Lage inzwischen mehr als kritisch. In einem dramatischen Appell rief eine Gruppe von 17 renommierten Wirtschaftswissenschaftlern die Euro-Länder zum Handeln auf. „Wir glauben, dass Europa schlafwandelnd auf eine Katastrophe mit unkalkulierbaren Ausmaßen zutaumelt“, warnten die Volkswirte in einer Studie.

Den Weckruf dürften die Euro-Retter vernommen haben. Und sie werden sich also auch für den Ernstfall wappnen. Wie sie das tun – ein Überblick.

Kommentare zu " Gewappnet für die Euro-Katastrophe: Retter in Rufbereitschaft"

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  • denke das geht nur durch eine große Gegenbewegung.
    Die besteht aber noch nicht, muß sich erst noch formieren, und dann kann es zu spät sein .
    Denn noch ist der deutsche Michel zu bequem und konsumabhängig.
    www.deutsche-mittelstands-nachrichten.de
    www.deutsche-wirtschafts-nachrichten.de

  • Bravo!
    So gehört es sich- keine der etablierten ersten 5 Parteien auf der Liste, die haben alle dasselbe Ziel, dieselben Machenschaften, dieselben Verbindungen und Abhängigkeiten zur Finanzmafia.
    Wenn das Volk sie wiederwählt, dann gehört es ihnen nicht anders, dann bekommen sie, was sie verdienen.
    Soll aber keiner dann jammern, wenn ihnen das Fell abgezogen wird kommt, oder "Sonstiges" in Gang kommt.

  • Grüne sagen: „Diese Regierung ist kein Stabilitätsfaktor für Europa.“

    Dafür seid IHR als Opposition verlässlicher als die Abgeordneten der Regierungskoalition. Schämt Euch, den Bürgerwillen konsequent zu ignorieren und Regierung zu spielen anstatt alternative Vorschläge zu entwickeln. Deutschland ist voll mit excellenten Wirtschaftswissenschaftlern – aber IHR müsst Euch ja unbedingt für den gewerkschaftsnahen und nebenher wohl noch bei Soros & Co in Lohn und Brot stehenden Bofinger entscheiden. Dabei hätte es eine bessere Politik geben können.
    Ihr macht einfach alle Andersdenkenden zu Rechtsradikalen oder Nationalisten und aus die Maus.
    Das wird Euch das deutsche Volk hoffentlich nicht vergessen.
    EUCH darf man nicht mehr wählen.

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