Gewinnausschüttung
IWF teilt seinen Goldschatz

Der Internationale Währungsfonds hat mit Verkäufen auf der Rekordwelle des Goldpreises Extragewinn gemacht. Nun will er Milliarden ausschütten. Deutschland gehört zu den Ländern, die davon am meisten profitieren.
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WashingtonDer Internationale Währungsfonds (IWF) will 2,7 Milliarden Dollar Gewinn aus dem lukrativen Verkauf von Fonds-Goldreserven an seine 188 Mitgliedsländer ausschütten. Zur Bedingung macht der Fonds nach Angaben vom Freitag aber, dass die Gelder zu mindestens 90 Prozent in ein spezielles Kreditprogramm für arme Länder gesteckt werden.

Der IWF hatte sich den Rekord-Goldpreis zunutze gemacht und in den Jahren 2009 und 2010 mit dem Verkauf von tonnenweise Gold einen Extragewinn von insgesamt 3,8 Milliarden Dollar eingefahren. Eine erste Tranche von 1,1 Milliarden wurde bereits bereitgestellt und das Geld zu 87 Prozent in das Null-Zins-Kreditprogramm reinvestiert.

Erst wenn die Marke von 90 Prozent erreicht ist, erhalten die Länder tatsächlich das Geld. Die Gewinne aus dem Goldverkauf werden an die IWF-Mitglieder nach demselben Schlüssel verteilt, nach dem auch die Zahlungen an den IWF gestaffelt sind. Deshalb werden die USA, Japan, Frankreich, Deutschland, Großbritannien und China das meiste Geld erhalten.

Agentur
Reuters 
Thomson Reuters Deutschland GmbH / Nachrichtenagentur

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  • "Siehste Lieschen, es geht doch, jetzt wo das Hemde weg ist"
    sagte der Rittmeister.

  • Haltet Euch gesund und geniesst die jeden Tag.

  • Wann ist der richtige Zeitpunkt für den Verkauf von physischem Gold? Schatzkanzler Gordon Brown griff voll daneben. Bekannte Hedge-Fonds-Gesellschaften haben vor Monaten ebenfalls verkauft und inzwischen zurückgekauft. Ob dabei von der volatilen Marktpreisentwicklung profitiert wurde ist unbekannt. Private Kleinbesitzer, die dem Verkaufssignal unkritisch gefolgt sind, könnten zu den Verlierern gehören. Die Wertung des IWF-Goldverkaufs ist schwierig: zwar spricht die weltweite Geldmengenexplosion für das Halten; andererseits ist völlig unabsehbar, wie sich das damit geschaffene Inflationspotential entladen wird. Auslöser frühere Inflationstragödien war stets des allgemein erlebbare kriegsbedingte Fehlen von Gütern - es gab nichts für's Geld. Gegenwärtig sind die Regale voll und kaum noch für Neuproduktionen aufnahmefähig. Eine Geldentwertung und Währungsrefom würde die Nachfrage nach dem vorhandenen Warenberg praktisch zum Erliegen bringen (ausgenommen ist wohl schnell verderbliche Ware: Lebensmittel) und alle Anreize für Neuproduktion beseitigen. Schließt man Kriege aus, die den verspürten Angebotsüberhang beseitigt, so sollte man Interesse an Hyperinflation auch ausschließen. Hierin könnte sich die aktuelle Lage von historischen Ereignissen unterscheiden. Aber das ist angesichts der chaotischen Politik wohl sehr spekulativ. Nicht spekulativ bleibt aber die Frage, wann der Wechsel vom Gold in andere Anlageklassen zwingend notwendig ist.

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