Ghailani schweigt zu Bin Laden
Hochrangiges El-Kaida-Mitglied in Pakistan verhaftet

Pakistan hat nach eigenen Angaben ein hochrangiges Al-Kaida-Mitglied gefasst, das wegen der Anschläge auf zwei US-Botschaften 1998 in Ost-Afrika gesucht wurde. Ahmed Khalfan Ghailani hat sich im Verhör bisher nicht zum Aufenthaltsort von Extremisten-Chef Osama bin Laden geäußert.

HB ISLAMABAD. „Er ist immer noch wortkarg“, hieß es in den Kreisen. Die Ermittler überprüften einen Computer und mehrere Disketten, die sie bei der Ergreifung Ghailanis und 13 weiterer Verdächtiger und Familienangehöriger am Wochenende sicher gestellt hätten.

Vor der Festnahme lieferten sich Sicherheitskräfte und Verdächtige eine 14-stündige Schießerei in Gujarat, 175 Kilometer südöstlich von Islamabad. Die USA hatten eine Belohnung in Millionenhöhe auf den im tansanischen Sansibar geborenen Ghailani ausgesetzt. Sie machen ihn für die Anschläge auf die US-Botschaften in Nairobi und im tansanischen Dar es Salaam 1998 verantwortlich, bei denen 224 Menschen umkamen. Ghailanis Fahrer habe die Sicherheitskräfte zu seinem Versteck geführt, hieß es in den Geheimdienstkreisen.

Mit dem hochrangigen El-Kaida-Mitglied seien seine usbekische Frau und zwei Südafrikaner festgenommen worden. Unter anderem hätten sich in dem Haus drei Frauen und fünf Kinder aufgehalten. Ghailani habe zwei weitere ausländische Kameraden in sein Versteck gebracht, die zunächst in einem Hotel in der Stadt gewohnt hätten. Dort seien ihnen aber die Sicherheitskräfte auf den Fersen gewesen. Derzeit fahndeten die Ermittler nach dem Pakistaner, der das Haus für Ghailani gemietet habe.

Ghailani ist Anfang 30 und firmiert auch unter den Decknamen „Foopie“ und „Ahmed der Tansanier“. Er ist vermutlich das ranghöchste El-KAida-Mitglied, das seit der Festnahme von Khalid Sheik Mohammed im März 2003 in Pakistan gefasst wurde. Sheikh Mohammed gilt als Planer der Anschläge vom 11. September 2001 in den USA. Ghailani und seine Gefolgsleute hatten nach Behördenangaben zunächst in Afghanistan auf Seiten der Taliban gekämpft. Zuletzt hätten sie sich darauf vorbereitet, mit ihren Familien und gefälschten Papieren aus Pakistan zu fliehen, weil ihnen die Fahnder zu nahe gekommen seien.

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