Giftmord-Bericht
Israel weist Beteiligung an Arafats Tod zurück

Jetzt brodelt es in der Gerüchteküche. Starb der Palästinenserführer Jassir Arafat durch einen Giftanschlag mit radioaktivem Polonium? Bislang widersprechen sich die Gutachten und Israel beteuert seine Unschuld.

Tel AvivIsrael hat kategorisch jede Verantwortung für den Tod des Palästinenserführers Jassir Arafat vor neun Jahren zurückgewiesen. Einen Schweizer Untersuchungsbericht über einen möglichen Giftmord an Arafat kritisierte der israelische Außenamtssprecher Jigal Palmor am Donnerstag zudem als unseriös.

„Diese Theorie hat mehr Löcher als ein Schweizer Käse“, sagte Palmor der Nachrichtenagentur dpa. Es gebe zudem „keinerlei israelische Verbindung“ mit Arafats Tod im Jahre 2004.

Der arabische TV-Sender Al-Dschasira und die britische Zeitung „Guardian“ hatten am Mittwoch über den 108 Seiten umfassenden Bericht der Schweizer Experten berichtet. In Gewebeproben Arafats sei eine 18 Mal so hohe Konzentration von Polonium 210 gefunden worden wie normal, heißt es darin. Dies lasse „einigermaßen“ sicher den Schluss zu, dass Arafat an einer Poloniumvergiftung gestorben sei.

„Man kann nicht sagen, dass das Polonium die Todesursache war", sagte am Donnerstag der Wissenschaftler François Bochud in Lausanne. "Man kann es aber auch nicht ausschließen“, fügte der Professor hinzu. Im Gegenteil: „Unsere Resultate unterstützen nachvollziehbar die Vergiftungsthese.“ Die Höhe der gemessenen Polonium-Werte deute darauf hin, dass Arafat das Gift von außen zugeführt worden sei.

Schon ein Millionstel Gramm des radioaktiven Schwermetalls kann einen Menschen töten. Palmor bemängelte, die Schlussfolgerungen des Berichts seien „überhaupt nicht eindeutig“. Schweizer Experten wollten noch am Donnerstag zu dem Thema Stellung nehmen.

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