Gigantische Projekte
Saudi-Arabien lockt deutsche Industrie mit Aufträgen

Mega-Wolkenkratzer und neue Städte: Arabien winkt mit Industrie-Aufträgen im Wert von über einer Billion Dollar - und sucht händeringend nach deutschen Partnern. Vor allem Mittelständler sollten ermuntert werden.
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BerlinDen arabischen Frühling sagte Saudi-Arabiens König in seinem Land per Scheckbuch ab. König Abdullah erhöhte den Staatsbediensteten kräftig die Gehälter, legte ein Bauprogramm für dreistellige Milliardenbeträge auf – und schaffte immer mehr Jobs durch gewaltige Infrastrukturprojekte. Den Königskindern wurde so die Lust auf Revolte, die in anderen arabischen Ländern ganze Regime stürzte, abgekauft.

Doch neben den staatlichen Programmen legt auch die wachsende Privatwirtschaft Saudi-Arabiens gleich mehrere Schippen drauf: In Kürze beginnen die Bauarbeiten für den Kingdom Tower, das längste Gebäude der Welt, 1,2 Milliarden Dollar lässt sich das die Kingdom Holding von Prinz Alwaleed bin Talal el Saud, eine Art arabischer Warren Buffett, kosten. Doch auch wenn der Mega-Wolkenkratzer das sichtbarste Zeichen des neuen Aufstiegs Saudi-Arabiens ist – die nahe gelegene, ebenfalls im Bau befindliche King Abdullah Economic City kostet mit 86 Milliarden Dollar sogar mehr.

Wie viel Geld der größte Ölförderer des Opec-Kartells für all seine Infrastrukturprojekte insgesamt ausgeben wird, dazu gibt es unterschiedliche Zahlen: Die Delegation der deutschen Wirtschaft (AHK Riad) hat öffentliche und private Investitionen von 747 Milliarden Dollar errechnet, die Analysten des Research-Instituts CPH in Riad sprechen gar von 1,1 Billionen Dollar in den nächsten Jahren.

Handels- und Industrieminister Tawfik el Rabiah will das G20-Mitglied so „zu einem führenden Industrieland machen“. Für ihre gigantischen Projekte suchen die Saudis händeringend auch nach Partnern in Deutschland: Deshalb ist jetzt erstmals eine große Delegation der saudischen Industrial Property Authority (Modon) auf der Hannover Messe präsent. Modon verwaltet mehr als 3000 Fabriken.

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  • Dubai war doch auch so ein "hot spot" - wie geht es dort eigentlich weiter?

  • Sorry aber die Geschäfte und was die sonst noch so vorhaben dort, sind im wahrsten Sinne des Wortes auf Sand gebaut. Managen können die dort nicht, es sei denn ein Ausländer nimmts in die Hand. Mit Geld umgehen, können die ebenso nicht...sie haben es in Hülle und Fülle dank ihres Öls auf dem sie sitzen. sobald der Ölzirkus irgendwann schwächelt...ein Krieg oder sonstwas in dieser Region dort droht der für etwas Chaos sorgt, geht das grosse Theater und Jammern los.

    Für mich ist das dort wie bereits schon Dubai....ein grosser Kindergarten wo am Ende alle nach der Mama schreien.

  • noch ein langer Weg die arabische und auch asiatische Welt nicht nur auf technologischer Ebene, sondern auf sozialer Ebene vom Western Model zu überzeugen.

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