Gilad Schalit
Israelis fordern Freiheit für entführten Soldaten

Vor fünf Jahren wurde der israelische Soldat Gilad Schalit von Terrororganisation Hamas in den Gazastreifen verschleppt - seitdem wird er in Geiselhaft gehalten. Unter den Israelis wächst der Wut auf die Regierung.
  • 0

Tel Aviv.Zum 25. Geburtstag des vor über fünf Jahren von Palästinensern entführten israelischen Soldaten Gilad Schalit haben Demonstranten am Sonntag dessen Freilassung gefordert. Schalit war am 25. Juni 2006 von militanten Palästinensern unter Führung der heute im Gazastreifen herrschende Hamas in das Palästinensergebiet verschleppt worden. Seit Anfang Oktober 2009 gibt es kein Lebenszeichen mehr von ihm. Die Eltern des Entführten und ein Aktionsbündnis für dessen Freilassung werfen Regierungschef Benjamin Netanjahu vor, nicht genug für die Rettung des Soldaten zu tun.

Als die Mitglieder des Kabinetts am Sonntag zur wöchentlichen Sitzung am Regierungssitz in Jerusalem eintrafen, wurden sie mit Transparenten begrüßt, auf denen unter anderem stand: „Rettet Gilad“ und „Netanjahu, Du hast kein Mandat, einen Soldaten zu töten“. Schalits Mutter Aviva hielt ein Schild mit der Aufschrift: „Netanjahu - ein Geburtstagsgeschenk für Gilad - sein Leben zurück“.

Andere Aktivisten versuchten am Übergang zum Gazastreifen in Kerem Schalom, Lastwagen mit Versorgungsgütern für das dicht besiedelte Gebiet zwischen Israel und Ägypten zu blockieren. Später versammelten sie sich an dem Ort in der Nähe der Grenze, an dem Schalit vor 62 Monaten verschleppt worden war. Auch am Erez-Übergang zum Gazastreifen demonstrierten Menschen für die Freiheit des jungen Soldaten.

Schalit hat neben der israelischen auch die französische Staatsbürgerschaft. Frankreichs Präsident Nicolás Sarkozy und Außenminister Alain Juppé versprachen den Eltern in einem Schreiben, alles für die Freilassung ihres Sohnes zu unternehmen. Die Kontakte unter deutscher Vermittlung über einen Austausch Schalits gegen Palästinenser in israelischer Haft sind jedoch seit geraumer Zeit festgefahren. Die Hamas fordert im Gegenzug die Freilassung von 1000 palästinensischen Häftlingen aus israelischen Gefängnissen. Israel aber will einige der Häftlinge nicht auf freien Fuß setzen, weil sie schwere Verbrechen gegen Israelis begangen haben.

Außerdem weigert sich die Regierung, einige der als besonders gefährlich eingeschätzten Häftlinge an ihre Wohnorte im Westjordanland zu entlassen. Von dort aus könnten sie zu leicht neue Anschläge in Israel begehen, heißt es. Stattdessen sollen sie nach dem Willen Israels ins Exil geschickt werden. Beide Seiten machen sich gegenseitig für das Scheitern der bisherigen indirekten Gespräche verantwortlich.

dpa 
dpa Deutsche Presse-Agentur GmbH / Nachrichtenagentur

Kommentare zu " Gilad Schalit: Israelis fordern Freiheit für entführten Soldaten "

Alle Kommentare

Dieser Beitrag kann nicht mehr kommentiert werden. Sie können wochentags von 8 bis 18 Uhr kommentieren, wenn Sie angemeldeter Handelsblatt-Online-Leser sind. Die Inhalte sind bis zu sieben Tage nach Erscheinen kommentierbar.

Serviceangebote
Zur Startseite
-0%1%2%3%4%5%6%7%8%9%10%11%12%13%14%15%16%17%18%19%20%21%22%23%24%25%26%27%28%29%30%31%32%33%34%35%36%37%38%39%40%41%42%43%44%45%46%47%48%49%50%51%52%53%54%55%56%57%58%59%60%61%62%63%64%65%66%67%68%69%70%71%72%73%74%75%76%77%78%79%80%81%82%83%84%85%86%87%88%89%90%91%92%93%94%95%96%97%98%99%100%