Giorgos Papandreou
Brüchige Stimme, ernüchternde Bilanz

Der ehemalige griechische Regierungschef Giorgos Papandreou gibt nach einer emotionalen Rede sein Amt als Parteivorsitzender auf. Die Bilanz seiner Arbeit fällt wenig schmeichelhaft aus.
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Ganz zum Schluss muss Giorgos Papandreou schlucken. Seine Stimme versagt fast. Man spürt: der Mann ist bewegt, aufgewühlt. Er scheint den Tränen nahe. „Ein großes Danke an Euch alle“, sagt er. Einen Moment hält er inne, blickt in den Saal. Dann legt er die Hand auf sein Herz: „Die Fehler, die gemacht wurden, nehme ich auf mich – die Erfolge gehören uns allen.“

Die Rede, die Giorgos Papandreou am Samstagnachmittag vor dem Nationalrat seiner Panhellenischen Sozialistischen Bewegung (Pasok) im Athener Stadion für Frieden und Freundschaft hielt, war sein letzter großer Auftritt als Vorsitzender der Partei. Am kommenden Sonntag werden die Mitglieder der Pasok in einer Urwahl einen Nachfolger bestimmen. Damit geht in der Pasok eine Ära zu Ende. Für die Polit-Dynastie Papandreou, die das moderne Griechenland geprägt hat wie keine andere Familie, positiv wie negativ, fällt der Vorhang der Geschichte.

2004 hatte Giorgos Papandreou den Vorsitz der 30 Jahre zuvor von seinem Vater Andreas gegründeten Pasok übernommen. „Giorgakis“ nennen ihn die Griechen, den „kleinen Giorgos“. Giorgos hieß schon der Großvater. Er regierte Griechenland von 1944 bis 1945 und erneut zwischen 1964 und 1965. Vor allem seinem Nachnamen verdankte es der Enkel, dass er überhaupt zum Parteichef und fünf Jahre darauf zum Ministerpräsidenten gewählt wurde, wie schon sein Vater und dessen Vater.

Doch seine Zeit als Regierungschef stand unter keinem guten Stern. „Geld ist vorhanden“ hatte Papandreou noch im Wahlkampf versprochen, aber als Premier musste er Renten kürzen und Steuern erhöhen. Sein Vater Andreas hatte mit einer hemmungslosen Ausgabenpolitik in den 1980er Jahren die Weichen ins Schuldendesaster gestellt. Der Sohn musste die Suppe auslöffeln und versuchen, die tickende Zeitbombe des Staatsbankrotts zu entschärfen – eine bittere Ironie der Geschichte.

„Entweder wir ändern uns, oder wir gehen unter“ rief Papandreou seinen Landsleuten zu. Er versprach, die Korruption zu bekämpfen und die Vetternwirtschaft auszumerzen, zwei Grundübel der politischen Un-Kultur des Landes. Das klang glaubhaft, denn er war zwar ein Spross der Papandreou-Dynastie, zugleich aber ein für Griechenland völlig untypischer Politiker: Sohn einer amerikanischen Mutter, geboren, aufgewachsen und ausgebildet in den USA, wo sein Vater als Wirtschaftsprofessor lehrte.

Papandreou galt bei seinem Amtsantritt im Oktober 2009 als politischer Pragmatiker. Nicht nur viele Griechen, auch Griechenlands europäische Partner trauten dem weltläufig auftretenden Premier zu, die Krise in den Griff zu kriegen und die nötigen Reformen umzusetzen. Aber es blieb bei Worten. Als einzige größere Errungenschaft ist die Rentenreform zu nennen.

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  • Gebrochenes Vertrauen, gebrochene Versprechen, gebrochene Verträge - das paßt doch.

  • Er wollte die Rohstoffe des Landes seinen überatlantischen Unterstützern unter dem Tisch schieben...einige Europäische Kreise waren anderer Meinung.

  • Die MEnschen machen es alles mit und diese Typen rennen frei herum, also "so what"? Es ist alles in bester Ordnung, ansonsten würden die Bürger in ganz Europa längst anders reagieren. Dem ist nicht so....also? Es muss wohl alles in Butter sein.

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