Gipfel abgesagt

Obama verliert die Geduld mit Putin

Der Fall Snowden stürzt das ohnehin schlechte US-russische Verhältnis auf einen neuen Tiefpunkt: Obama hat ein geplantes Treffen mit Putin abgesagt. Doch trotz des diplomatischen Affronts gehen die Gespräche weiter.   
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Obama kritisiert die Diskriminierung von Homosexuellen in Russland. Quelle: Reuters

Obama kritisiert die Diskriminierung von Homosexuellen in Russland.

(Foto: Reuters)

New YorkSeit Edward Snowden von Moskau aus die Welt mit seinen Geheimdienst-Enthüllungen in Atem hält, hat in Washington auch ein alter Kampfbegriff wieder Konjunktur: Kalter Krieg. Auch Barack Obama machte am Dienstagabend davon Gebrauch. Immer wieder fielen die Russen in die „Denkweise des Kalten Krieges zurück“, ärgerte sich der US-Präsident in der „Tonight Show“ bei Jay Leno. „Enttäuscht“ sei er von Wladimir Putin, weil der russische Staatschef Snowden Asyl gewährte.

m Mittwoch zog Obama dann die Konsequenzen. Wie das Weiße Haus am Morgen mitteilte, hat der US-Präsident seinen geplanten Staatsbesuch Anfang September in Moskau abgesagt. Es habe in letzter Zeit „nicht genügend Fortschritte bei unseren bilateralen Vorhaben gegeben“, sagte Obamas Sprecher Jay Carney. Sicherheitsberater Ben Rhodes ergänzte später: „Ein Gipfel ergibt in der gegenwärtigen Lage keinen Sinn“.

Selten deutliche Worte in der stets übervorsichtigen Welt der Diplomatensprache. Obama wird zwar zum G20-Gipfel im russischen St. Petersburg reisen – doch ein Vier-Augen-Gespräch mit Putin soll es weder dort geben noch in Moskau, wie es seit langem geplant war. Auch wenn das Treffen offiziell nur „verschoben“ wurde – der Schritt markiert einen neuen Tiefpunkt im Verhältnis der beiden Mächte.

Die aktuelle Verstimmung sei die „schwerste seit dem Ende des Kalten Krieges“, sagte Ariel Cohen, Russland-Experte bei der konservativen Denkfabrik Heritage Foundation in Washington, der Finanznachrichtenagentur Bloomberg. Die US-Regierung habe ein „starkes Signal senden müssen“, und es sollte noch weitere geben.

Wochenlang hatte das Weiße Haus bereits öffentlich damit gedroht, den Obama-Putin-Gipfel abzusagen. Wiederholt hatte der US-Präsident die Russen kritisiert, weil sie sich weigern, den mit Haftbefehl gesuchten Informanten Snowden auszuliefern. Einflussreiche Abgeordnete hatten Obama deshalb unter Druck gesetzt und gefordert, er müsse Putin Konsequenzen spüren lassen.

Und so bekam Obama am Mittwoch entsprechend Lob für seine Absage. Der „Präsident hat eindeutig die richtige Entscheidung getroffen“, sagte der demokratische Senator Chuck Schumer. Putin verhalte sich wie ein „freches Kind auf dem Schulhof“ und habe „den Respekt, den ein bilaterales Treffen verleiht, nicht verdient“. Auch der Republikaner Ed Royce, Mitglied des Auswärtigen Ausschusses im Repräsentantenhaus, bezeichnete Obamas Schritt als richtig. Dies mache der russischen Regierung klar, dass die Asylgewährung für Snowden „inakzeptabel“ sei.

„Ich habe keinerlei Verständnis“
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20 Kommentare zu "Gipfel abgesagt: Obama verliert die Geduld mit Putin"

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  • Danke, Freidenker.

    Die USA heute sind ein faschistisches Regime im Aufbau. Und der Aufbau ist schon weit vorangeschritten.

    Ich wünsche mir so sehr ein einiges, freies aber nicht zentralistisches Europa, dass sich auf seine Grundwerte besinnt und sich von dem american-way-of-live messerscharf abgerenzt.

    Aber die gesamte politische Führung Westeuropas ist infiltriert und dient letztlich den US-Interessen.

  • Obama verliert die Geduld mit Putin? Und ich verliere die Geduld mit Obama! Ich zweifle allmählich an dessen geistiger Zurechnungsfähigkeit- geradezu fanatisch und manisch vermutet er "hinter jedem Busch" den Terror. Dagegen war W. Bush ein kleiner Schuljunge. Es wird Zeit für Obama zu gehen. Er wird als allergrösster Reinfall in die amerik. Geschichte eingehen. Ich ertrage ihn nicht mehr. Ich schaue weg und höre ihm auch nicht mehr zu. Alle Chancen verpasst.......

  • Russland und China stutzen das friedliebende Amerika.
    Angepeilte Verlustquote ca. 5 MRD Seelen.
    Die Russen sind mit Stil und geschichtlicher Größe von der Weltbühne abgetreten um ihr Wirtschaftssystem umzugestalten. Und da sind sie wieder, fit wie nie zuvor.
    Die Chinesen sind die älteste Kulturnation, die jemals von dieser Sonne beschienen wurde.Auch mit neuem Wirtschaftssystem. Alles Dank Afghanistan. Wie weise...
    Und Amerika? Dessen Größe wird sich erst noch herausstellen. Folter ist kein Kriterium, das tun sie alle.

    Aber Fusionsbomben anwenden, das taten bisher nur wenige, auch wenn ich es für richtig halte.

    Die Geschichte wird es zeigen, wie sie es immer tat.

  • Es gibt halt immer weniger Zeitgenossen auf der Welt, denen die Amerikaner ihr eigennütziges Demokratie- und Freiheitsgeheuchel aufschwatzen können. Blöd gelaufen, aber mehr als fällig.

  • "... Kalter Krieg. Auch Barack Obama machte am Dienstagabend davon Gebrauch..."

    Das war klar, nachdem hier die Diskussion ist, warum die Streitkräfte der beiden West-Siegermächte noch hier sind, während dessen die Russen seit Ende der 1990er Jahre keine Streitkräfte mehr in den NBL haben, insbesondere in Bezug auf das geplante Abhörzentrum in Wiesbaden!

    "Es habe in letzter Zeit „nicht genügend Fortschritte bei unseren bilateralen Vorhaben gegeben“, sagte Obamas Sprecher Jay Carney."

    Das kann ich mir vorstellen,denn offensichtlich gilt der "Patriot Act" für Obama (und der westlichen Welt) wohl nicht in Syrien, indem gerade 400 Kurden von Islamisten hingerichtet wurden! Guter Islamist, böser Islamist?

    "So sind die USA schon lange frustriert darüber, dass Putin weiterhin den syrischen Machthaber Baschar al-Assad unterstützt."

    Er unterstützt jedenfalls gegen grausame Islamisten,die dort die Sharia einführen wollen,während Obama dazu nichts tut, trotz "Patriot Act"!

    "..Dies „bleibt eine Priorität“.."

    Klar,denn wenn die BRICS-Staaten ihre Bank mit Goldstandard eröffnen und die Papierwährung Dollar und Euro nicht mehr annehmen,ist der Dollar am Ende!



  • ich WOLLTE WISSEN wer BEZAHLT HAT und NICHT WAS andre FALSCH VERSTANDEN HABEN !! WAR DOCH GANZ EINFACHE = KLARE , FRAGE , ODER WAS ???

    UND ich BEHAUPTE !! DER BEZAHLT HAT IST HEUTE NOCH DER TÄTER .

    Frank Frädrich

  • Der russische Auslandsgeheimdienst SWR arbeitet wahrscheinlich ähnlich wie die NSA. Das sollten auch diejenigen wissen welche jetzt die USA einseitig kritisieren. Putin benutzt Snowden für eine PR Aktion. Ein Gespräch zwischen beiden Präsidenten würde nichts bringen. Deshalb ist es besser wenn Obama darauf verzichtet.

  • Vor 250 Jahren haben die Nordamerikaner damit begonnen 12 Millionen Indianer abzuschlachten. Die Skalpprämie wurde bis 1880 gezahlt. Letztendlich überlebten 250.000 Indianer und wurden in Reservate gesteckt.
    Wenn man sich vor diesem Hintergrund die niedlichen Hollywood-Western ansieht, dann wird einem klar, dass über dieses Propaganda-Werkzeug die Welt zurechtgerückt wird.
    Deshalb ist die NSA-Spionage auch kein Verbrechen an den Menschenrechten, sondern Snowdon ist der Schuft.

    Gut das Putin nicht zu viele Western geguckt hat.

  • @Nichtschonwieder

    Wenn man keine Ahnung und Hintergründe, vorallem aber KEINE ZUSAMMENHÄNGE ERKENNEN KANN, sollte man doch den Mund halten.

    Befassen Sie sich mal mit der Reichstumforschung von Krysmanski u.a. Wissenschaftlern/Philosophen/Marxisten u.a.!!

    Obama ist eine erbärmliche Marioniette, wie übrigens ALLE POLITIKER IN EINEM KAPITALISTISCHEN SYSTEM!

    Wenn Systemn nicht verstehen, dann schreiben sie doch woanders Ihren Senf...

    Dieser ganze Friedensnobelpreis ist einfach nur lächerlich!! Und eine Absprache zwischen den Reichen (einschl. Monarchen), dem Adel und den Eliten! Das einzige was Politiker tun können, ist das Geld zu verteilen und gewisse Dinge abzumildern. Und beim Geldverteilen können Sie auch nicht alleine bestimmen. Oder warum glauben Sie haben Politiker so einen guten Draht zum Kapital?!

    Sie sind ebenfalls lächerlich wie Obama mit seinen Lügen ans Volk!

  • Gibt es noch ein Thema wo sich unsere USA-Hasser nicht die Finger wund schreiben?

    Ich weiß, wenn es gegen die USA geht, da sind unsere Kommentatoren nicht wählerisch. Da zieht man, ohne zu zögern, Partei für ein Land wie Russland, das unliebsame Journalisten auch mal umbringt. Selbst der Iran, ein Land wo sogar minderjährige hingerichtet werden, finden dann, von der meist linke Ecke, zahlreiche Freunde.

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