Gipfel in Los Cabos
G20 rüsten den IWF-Schutzwall auf

Immerhin Christine Lagarde kann zufrieden sein. Die G20 werden dem IWF mehr Geld für Krisenfälle überweisen als bisher gedacht. Rätselhaft bleibt, warum ein Treffen Barack Obamas mit den Europäern platzte.
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Los CabosDie G20 rüsten ihre Finanz-Feuerwehr auf: Die stärksten Volkswirtschaften der Erde überweisen dem Internationalen Währungsfonds (IWF) deutlich mehr Geld, um rund um den Globus strauchelnden Staaten beizuspringen. Das gab IWF-Chefin Christine Lagarde am Montagabend (Ortszeit) am Rande des G20-Gipfels im mexikanischen Badeort Los Cabos bekannt. Insgesamt erhöht sich der IWF Schutzwall durch zusätzliche Zusagen auf mehr als eine Billion US-Dollar.

Allerdings ist Europa im Kampf gegen die Schuldenkrise zuallererst selbst gefordert. Die Gruppe der 20 (G20) fordern in der Abschlusserklärung, die der Nachrichtenagentur dpa als Entwurf vorlag, dass die Eurozone in der Pflicht ist, die Finanzmärkte zu beruhigen, Vertrauen zurückzugewinnen und Wachstum zu schaffen.

Für Irritationen sorgte zum Abschluss des ersten Arbeitstages die Absage des wichtigen Treffens von US-Präsident Barack Obama mit seinen Kollegen aus Europa. Ob eine Verstimmung oder protokollarische Gründe dahinterstanden, blieb zunächst offen.

Aus den Delegation verlauteten verschiedene Versionen. Es habe keinen Gesprächsbedarf mehr gegeben, sagten europäische Diplomaten. Das offizielle Programm habe sich sehr verzögert, so dass es schlicht zu spät gewesen sei, verlautete aus der US-Delegation. Möglicherweise wollte die Runde am Dienstag doch noch zusammenkommen.

Zwischen den USA und den Europäern gibt es weiter Streit über den richtigen Weg, die Schuldenkrise einzudämmen. Die USA dringen seit Monaten auf eine rasche Lösung - notfalls auch mit Milliarden-Ausgaben. In der EU sperrt sich vor allem Deutschland gegen überhastete Lösungen, die nur auf Kredit finanziert werden können.

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